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Spahn: Impfung für Kinder ab zwölf Jahren auch ohne Stiko-Empfehlung

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit

Düsseldorf. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat betont, dass er bis Ende August jedem Kind und Jugendlichen über zwölf Jahren ein Impfangebot machen will. Dies gelte auch dann, wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) keine generelle Empfehlung aussprechen sollte. Die Impfung sei eine individuelle Entscheidung, sagte Spahn im „ntv Frühstart“.

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Damit unterstrich der Gesundheitsminister, dass er Kinder im Alter über zwölf Jahren möglichst schnell in die Impfkampagne einbinden will. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, dass die Stiko die Impfung nur vorerkrankten Kindern und Jugendlichen empfehlen wird. „Im Lichte dieser Empfehlung können die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkrete Entscheidung treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht.“ Der Gesundheitsminister betonte, dass dies eine individuelle Entscheidung sei - Vor- und Nachteile der Impfung müssten miteinander abgewogen werden.

Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Mit einer Entscheidung wird noch bis Ende Mai gerechnet. Die Stiko behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor. Ihr Mitglied Rüdiger von Kries erwartet derzeit nicht, dass es eine allgemeine Impf-Empfehlung für alle Kinder geben wird. Spahn sagte: „Der Impfstoff wäre dann, wenn die Europäische Arzneimittelagentur das macht, ein zugelassener Impfstoff auch für diese Altersgruppe.“

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Spahn zeigte sich optimistisch, dass die ersten Impfungen bereits vor Beginn der Sommerferien stattfinden könnten. Wenn die Zulassung da ist, werden wir Kindern und Jugendlichen über zwölf Jahren nach und nach - nicht allen auf einmal - ein Angebot machen, sich impfen zu lassen“, erklärte der Gesundheitsminister. „Den ersten wahrscheinlich auch schon vor den Ferien.“ Eine Impfung als Voraussetzung zur Teilnahme am Präsenzunterricht lehnte der Gesundheitsminister jedoch ab: „Ich sehe nicht, dass wir eine verpflichtende Impfung haben werden für den Schulbesuch.“

Kinderärzte sind gegen Impfungen in Schulen

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte ist derweil dagegen, Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche in den Schulen vorzunehmen. „Von Impfungen in der Schule halte ich nichts“, sagte Verbandssprecher Axel Gerschlauer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Wir müssen ja trotzdem Aufklärungsgespräche mit Eltern organisieren.“ Zudem wolle man einen Zwischenfall wie einen Schock, auch wenn er nur sehr selten vorkomme, nicht gerade in der Schule erleben.

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Gerschlauer warnte zudem davor, eine „Impfpflicht durch die Hintertür“ einzuführen: „Der Schulbesuch darf nicht an eine Corona-Impfung geknüpft werden.“ Beim Impfen von Kindern und Jugendlichen seien die Kinderarzt-Praxen erste Ansprechpartner, betonte der Bonner Kinderarzt. „Wir sind die Impfprofis, keiner impft so viel wie wir.“ Auf dem Land, wo die Arztdichte nicht so hoch sei, könnten Impfzentren eine gute Hilfe sein.

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RND/ag/dpa/epd

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