Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Testen, Booster-Impfung, 3G: Wie Spahn in den Corona-Winter gehen will

RKI-Chef Lothar Wieler (links) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) (Archivbild).

RKI-Chef Lothar Wieler (links) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) (Archivbild).

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich einmal mehr für Booster-Impfungen im Kampf gegen das Coronavirus ausgesprochen. Er war gemeinsam mit Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts und Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung der Berliner Charité, am Mittwochvormittag vor die Presse getreten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Auslaufen der epidemischen Lage sei von vielen als Tatsache missverstanden worden, dass die Pandemie vorbei sei, begann Spahn. „Das ist nicht so“, unterstrich der Gesundheitsminister. Man verlasse zwar einen rechtlichen Ausnahmezustand, aber die Pandemie sei da – und die vierte Welle mit voller Wucht. Spahn plädierte an die Bürgerinnen und Bürger, sich weiterhin an die Hygieneregeln zu halten. Die „Pandemie der Ungeimpften“ sei massiv. Dies bestätigte auch Erik Sander. Es gebe einen Zusammenhang zwischen der Impfung und der Belegung der Intensivstationen.

Gesundheitsminister Spahn: „Die Pandemie ist alles andere als vorbei“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist dem Eindruck entgegengetreten, dass die Corona-Pandemie vorbei sei.

Spahn: Booster-Impfungen können Unterschied machen

Spahn empfahl in der aktuellen Lage verpflichtende Testkonzepte für Pflegeheime, die Einhaltung von Aha-Regeln und 3G-Maßnahmen sowie die Teilnahme an einer Corona-Auffrischungsimpfung. „Das Tempo beim Boostern stimmt aber noch nicht“, sagte Spahn. Die Auffrischungsimpfung könne einen echten Unterschied machen, erklärte der Gesundheitsminister am Beispiel Israels. „Israel hat sich aus der Delta-Welle rausgeboostert“, ergänzte Sander.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Aus Sicht des scheidenden Gesundheitsministers müsse die Einhaltung der 3G-Regeln zudem konsequenter kontrolliert werden – auch durch Behörden. „Da geht noch mehr“, sagte Spahn mit Blick auf europäische Nachbarländer wie Italien. Bei Verstößen würden dann Bußgelder drohen. Zu den Testkonzepten für Altenheime sagte Spahn: „Ich möchte das Sterben in den Pflegeheimen nicht noch einmal erleben müssen, wie im letzten Winter.“

16,2 Millionen Menschen über zwölf Jahren seien in Deutschland noch nicht geimpft, berichtete RKI-Chef Lothar Wieler. „Bitte lassen Sie sich gegen das Coronavirus impfen. Die Impfungen sind sicher“, sagte Wieler. Es gebe keinen Grund, das nicht zu tun, erklärte der Experte weiter. Er warb wie Spahn für die Booster-Impfung nach sechs Monaten.

Charite-Impf-Experte wirbt für Booster-Kampagne

Der Impf-Experte Leif Erik Sander wirbt für eine breit angelegte Booster-Kampagne. Nur so könne die vierte Welle gebrochen werden.

Experten warnten vor nächster Welle

In den vergangenen Tagen wurden immer wieder Warnungen namhafter Experten wie SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach laut, die vor einer weiteren Pandemiewelle in der Vorweihnachtszeit mahnen. Spahn hatte in diesem Rahmen die Länder aufgefordert, die mittlerweile geschlossenen Imfpzentren zu reaktivieren. Dieser Vorschlag war auf breiten Widerstand der Länder gestoßen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Gleichzeitig hatten Ärzteverbände die Entscheidung Spahns heftig kritisiert, nun allen Bürgerinnen und Bürgern Auffrischungsimpfungen anzubieten. Dafür gäbe es keine wissenschaftliche Evidenz, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bei älteren Menschen könne die Booster-Impfung hingegen das Infektionsrisiko erheblich reduzieren. „Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission ja auch eine Covid-19-Auffrischimpfung für alle Menschen ab 70 Jahren“, sagte Reinhardt.

Auffrischungen sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich. Angeboten wird dies unter anderem Älteren, Corona-Risikogruppen und Geimpften mit Astrazeneca und Johnson & Johnson. Für alle anderen ist es aber auch möglich.

RND/ag

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken