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Testen, Booster-Impfung, 3G: Wie Spahn in den Corona-Winter gehen will

  • Der scheidende Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich einmal mehr gemeinsam mit Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, für Booster-Impfungen gegen das Coronavirus ausgesprochen.
  • Sie traten am Mittwochvormittag gemeinsam vor die Presse.
  • „Das Tempo beim Boostern stimmt noch nicht“, sagte Spahn.
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Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich einmal mehr für Booster-Impfungen im Kampf gegen das Coronavirus ausgesprochen. Er war gemeinsam mit Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts und Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung der Berliner Charité, am Mittwochvormittag vor die Presse getreten.

Das Auslaufen der epidemischen Lage sei von vielen als Tatsache missverstanden worden, dass die Pandemie vorbei sei, begann Spahn. „Das ist nicht so“, unterstrich der Gesundheitsminister. Man verlasse zwar einen rechtlichen Ausnahmezustand, aber die Pandemie sei da – und die vierte Welle mit voller Wucht. Spahn plädierte an die Bürgerinnen und Bürger, sich weiterhin an die Hygieneregeln zu halten. Die „Pandemie der Ungeimpften“ sei massiv. Dies bestätigte auch Erik Sander. Es gebe einen Zusammenhang zwischen der Impfung und der Belegung der Intensivstationen.

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Gesundheitsminister Spahn: „Die Pandemie ist alles andere als vorbei“
0:53 min
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist dem Eindruck entgegengetreten, dass die Corona-Pandemie vorbei sei.  © AFP
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Spahn: Booster-Impfungen können Unterschied machen

Spahn empfahl in der aktuellen Lage verpflichtende Testkonzepte für Pflegeheime, die Einhaltung von Aha-Regeln und 3G-Maßnahmen sowie die Teilnahme an einer Corona-Auffrischungsimpfung. „Das Tempo beim Boostern stimmt aber noch nicht“, sagte Spahn. Die Auffrischungsimpfung könne einen echten Unterschied machen, erklärte der Gesundheitsminister am Beispiel Israels. „Israel hat sich aus der Delta-Welle rausgeboostert“, ergänzte Sander.

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Aus Sicht des scheidenden Gesundheitsministers müsse die Einhaltung der 3G-Regeln zudem konsequenter kontrolliert werden – auch durch Behörden. „Da geht noch mehr“, sagte Spahn mit Blick auf europäische Nachbarländer wie Italien. Bei Verstößen würden dann Bußgelder drohen. Zu den Testkonzepten für Altenheime sagte Spahn: „Ich möchte das Sterben in den Pflegeheimen nicht noch einmal erleben müssen, wie im letzten Winter.“

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16,2 Millionen Menschen über zwölf Jahren seien in Deutschland noch nicht geimpft, berichtete RKI-Chef Lothar Wieler. „Bitte lassen Sie sich gegen das Coronavirus impfen. Die Impfungen sind sicher“, sagte Wieler. Es gebe keinen Grund, das nicht zu tun, erklärte der Experte weiter. Er warb wie Spahn für die Booster-Impfung nach sechs Monaten.

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Charite-Impf-Experte wirbt für Booster-Kampagne
2:03 min
Der Impf-Experte Leif Erik Sander wirbt für eine breit angelegte Booster-Kampagne. Nur so könne die vierte Welle gebrochen werden.  © Reuters
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Experten warnten vor nächster Welle

In den vergangenen Tagen wurden immer wieder Warnungen namhafter Experten wie SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach laut, die vor einer weiteren Pandemiewelle in der Vorweihnachtszeit mahnen. Spahn hatte in diesem Rahmen die Länder aufgefordert, die mittlerweile geschlossenen Imfpzentren zu reaktivieren. Dieser Vorschlag war auf breiten Widerstand der Länder gestoßen.

Gleichzeitig hatten Ärzteverbände die Entscheidung Spahns heftig kritisiert, nun allen Bürgerinnen und Bürgern Auffrischungsimpfungen anzubieten. Dafür gäbe es keine wissenschaftliche Evidenz, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bei älteren Menschen könne die Booster-Impfung hingegen das Infektionsrisiko erheblich reduzieren. „Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission ja auch eine Covid-19-Auffrischimpfung für alle Menschen ab 70 Jahren“, sagte Reinhardt.

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Auffrischungen sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich. Angeboten wird dies unter anderem Älteren, Corona-Risikogruppen und Geimpften mit Astrazeneca und Johnson & Johnson. Für alle anderen ist es aber auch möglich.

RND/ag

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