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Sorge um Nawalny: Kreml sieht keine Probleme bei der medizinischen Versorgung

  • Der Gesundheitszustand des in einem russischen Straflager inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny ist laut seinen Anwälten „nicht gut“.
  • Nawalny selbst hatte in einem Schreiben medizinische Versorgung gefordert - und auch „Foltermethoden durch Schlafentzug“ angeprangert.
  • Trotz der schweren Vorwürfe sieht der Kreml keine Probleme.
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Moskau. Ungeachtet schwerer Vorwürfe des inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny sieht der Kreml keine Probleme bei der medizinischen Versorgung in russischen Straflagern. Es gebe zwar einzelne Beschwerden von Häftlingen, „aber systematische Probleme im Strafvollzugssystem sind uns nicht bekannt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Freitag in Moskau. Für solche Fragen sei aber ohnehin nicht die Präsidialverwaltung zuständig, sondern der Strafvollzug.

Die Anwälte des 44 Jahre alten Kremlgegners hatten am Vortag beklagt, dass der Gesundheitszustand ihres Mandanten „nicht gut“ sei. Nawalny leide unter starken Rückenschmerzen und könne ein Bein überhaupt nicht mehr bewegen, sagten sie nach einem Besuch in dem Lager im Ort Pokrow rund 100 Kilometer östlich von Moskau. Nawalny selbst hatte in einem Schreiben an den Strafvollzug gefordert, endlich die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten.

„Folter durch Schlafentzug“

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Russlands bekanntester Oppositioneller, der im vergangenen August nur knapp einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt hatte, prangerte zudem „Folter durch Schlafentzug“ im Lager an: Jede Stunde werde er nachts von einem Wärter geweckt, berichtete er.

Diesen Vorwurf wollte der Kreml ebenso wenig kommentieren wie eine Beschwerde von Nawalnys Frau Julia. Diese hatte sich zuvor in einem Instagram-Post in ungewohnt scharfen Worten direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewandt: „Ich fordere die unverzügliche Freilassung meines Mannes, Alexej Nawalny, den er (Putin) gesetzwidrig ins Gefängnis gesperrt hat“, schrieb Nawalnaja.

Nawalny war Anfang Februar zu mehreren Jahren Straflager verurteilt worden, weil er gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben soll, während er sich in Deutschland von dem Giftanschlag erholte. Das Urteil wurde international teils heftig kritisiert und als politisch motiviert eingestuft.

RND/dpa

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