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„Es nervt!“: Auch Grüne ärgern sich über Indiskretion der Union – darum ging es bei dem Treffen

BERLIN, GERMANY - OCTOBER 05: German Greens Party co-leaders Robert Habeck (L) and Annalena Baerbock, German Christian Democrats (CDU) head Armin Laschet (2nd from L) and Christian Social Union (CSU) of Bavaria leader Markus Soeder (not pictured) speak to the media following talks on October 05, 2021 in Berlin, Germany. The Greens and the CDU/CSU met today in exploratory talks over joining in a possible government coalition following federal parliamentary elections in September. So far, however, a coalition between the Greens, the Social Democrats (SPD) and Free Democrats (FDP) is more likely. (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Berlin.Nach der jüngsten und vorerst letzten Sondierungsrunde zwischen Union und Grünen ist es erneut zu einer Indiskretion gekommen. Wie bereits am Montag berichtete die „Bild“ am Dienstagabend über Inhalte des Gesprächs, das gegen 14 Uhr endete. Demnach sollen die Grünen erklärt haben, dass die Erwartungshaltung in der Partei eine Ampelkoalition mit SPD und FDP sei. Ferner sehe man große Unterschiede zwischen CDU, CSU und den Grünen bei den Themen EU-Stabilitätspakt, den die Grünen aufweichen wollten, Flüchtlings- und Migrationspolitik, in der die Grünen mehr Offenheit erwarteten, und Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, den die Grünen vor 2035 anstrebten. Tatsächlich will die Partei Neuwagen mit Verbrennungsmotoren schon ab 2030 nicht mehr zulassen.

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Die Grünen bestätigten die Darstellung nicht. Allerdings schrieb der Politische Bundesgeschäftsführer Michael Kellner kurz nach der Veröffentlichung einen Tweet, der dem Tweet des stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Johannes Vogel vom Vorabend entlehnt war. Er lautete: „Es gab in den letzten Tagen vier Sondierungsgespräche. Aus zweien liest und hört man nix. Aus zweien werden angebliche Gesprächsinhalte an die Medien durchge­stochen. Das fällt auf, liebe Union – und es nervt!“

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Auch andere Grünen-Politiker äußerten sich verärgert. In Parteikreisen hieß es überdies, die gestreuten angeblichen Informationen seien sehr selektiv und dienten augenscheinlich dem Zweck, den Grünen die Schuld für das mögliche Scheitern einer Jamaika-Koalition zuzuschieben.

Indiskretion der Union macht Ampel wahrscheinlicher

Immer mehr Beobachter in Berlin rechnen mittlerweile damit, dass es zu Sondierungen über eine Ampel­koalition kommen wird. Die Führungsgremien von FDP und Grünen werden darüber am Mittwochmorgen beraten. Dass Ampel- und nicht Jamaika-Sondierungen folgen, wird nach der zweiten Indiskretion aus den bisherigen Gesprächen noch wahrscheinlicher, weil alle Parteien offiziell Vertraulichkeit vereinbart haben und weithin Konsens herrscht, dass die Indiskretionen nur aus der Union kommen können – unter anderem, weil Inhalte aus Sitzungen der CDU-Spitzengremien regelmäßig und oft in Echtzeit von der „Bild“ publik gemacht werden.

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet sagte am Dienstag bei der offiziellen Pressekonferenz mit CSU-Chef Markus Söder sowie den Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck, solche Durchstechereien seien „nicht schön“. Doch offenbar kann Laschet sie nicht verhindern, obwohl sie zu seinen eigenen Lasten gehen. Denn in Berlin gilt als sicher, dass Laschet seinen Stuhl als CDU-Chef räumen muss, wenn er es nicht schafft, Kanzler zu werden.

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