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„Der Tag“

Sommer, Dürre, Feuer

Furchtbare Bilder aus der Sächsischen Schweiz. Seit Anfang der Woche brennen in Sachsen und in Brandenburg mehrere Hundert Hektar Wald.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in Deutschland gerade besonders deutlich. Das können in diesem Sommer auch diejenigen nicht mehr leugnen, die jahrelang argumentiert haben: „Hitze und Dürre? Das hat es ja schon immer gegeben.“

Als jüngst die Hitzewelle über Deutschland zog, purzelten reihenweise die Temperaturrekorde. In gleich sechs Bundesländern war es am 20. Juli so heiß wie nie seit Beginn der Messung: Baden-Württemberg 40,3 Grad Celsius, Niedersachsen 40,0 Grad, Sachsen-Anhalt 40,0 Grad, Mecklenburg-Vorpommern 39,4 Grad, Hamburg 40,1 Grad und Schleswig-Holstein 39,1 Grad.

Bei vielen Menschen hat sich die Gefühlslage um die heißen Tage und ihre Folgen deswegen drastisch verändert. Während vor einigen Jahren noch viele begeistert einen beliebten Song der Band 2raumwohnung gesungen und sich damit mehr als 36 Grad gewünscht haben, stellt sich nun immer häufiger die Frage: Darf ich mich über diese Hitze überhaupt noch freuen?

Schaut man auf die Fakten, kann es eigentlich nur eine Antwort geben. Denn die Auswirkungen sind verheerend und auch in dieser Woche unser täglicher Begleiter.

Laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der Juli insgesamt wieder viel zu heiß. Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,2 Grad waren es diesen Monat 2,3 Grad mehr als im international gültigen Referenzzeitraum von 1961 bis 1990. Damit nähern wir uns immer mehr einem Endlossommer, wie die Meteorologen und Meteorologinnen feststellen. Ein Sommertag gilt als solcher, wenn es mehr als 25 Grad werden. Im Juli war das an 29 von 31 Tagen der Fall.

Trockene Zeiten für Flüsse, Feuer im Osten

Mit der Hitze kommt auch die Trockenheit – und auch die ist erschreckend. In Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen fielen nicht mal fünf Liter Regen pro Quadratmeter. Das wirkt sich auch immer heftiger auf die Flüsse hierzulande aus. Zuletzt sorgte der Klimawissenschaftler Mojib Latif mit einer dramatischen Vorhersage für Aufmerksamkeit. Seine Befürchtung: Über kurz oder lang sei es möglich, „dass wir zu Fuß durch den Rhein gehen können“.

Ganz so drastisch dürfte es allerdings nicht kommen. Zumindest gibt Jörg Belz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) im Gespräch mit RND-Autorin Melina Runde eine kleine Entwarnung. Denn obwohl die Wasserstände in Deutschland sinken, „gibt es derzeit kein gebietsübergreifendes beziehungsweise großräumiges Austrocknen von Flüssen in Deutschland“.

Einzelne oder kleinere Flüsse würden zwar austrocknen, doch das hänge nicht nur mit dem Regenmangel zusammen. Dennoch haben sinkende Wasserstände schwerwiegende Folgen für Land- und Forstwirtschaft, Trinkwasserversorgung, Flora und Fauna, die Belz im Interview erklärt.

Äußerst erschreckende Bilder sehen wir momentan in Brandenburg und Sachsen: Denn der Osten brennt. Rund 800 Hektar wurden im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster von den Flammen ergriffen, in der Sächsischen Schweiz brennen satte 250 Hektar – eine so große Fläche wie niemals zuvor.

Ein Ende ist kaum in Sicht. Noch immer kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen die Flammen, die durch die sich verändernden Wetterbedingungen immer wieder neu entfacht werden. Nun heißt es erneut: Hoffen auf Regen. Zumindest die Wettervorhersage des DWD stimmt die betroffenen Regionen zuversichtlich – schon am Samstag soll es Schauer und Starkregen geben.

 

Zitat des Tages

Lesbos, Chios und andere sind griechisches Territorium. Niemand hat das Recht, das infrage zu stellen.

Annalena Baerbock,

Bundesaußenministerin

Zu Besuch im nächsten Krisengebiet: Seit Donnerstag ist Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Griechenland unterwegs, am Freitag ging es dann weiter in die Türkei. Zwischen den Nationen herrscht eine angespannte Stimmung – unter anderem mit Blick auf die nordägäischen Inseln. In Athen stellt sich Baerbock klar auf die Seite Griechenlands, schreibt RND-Korrespondentin Daniela Vates, und in der Türkei kam es zum direkten Schlagabtausch mit dem Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu.

 

Leseempfehlungen

Die neuen deutschen Lieblinge: Sie sind begabt, ehrgeizig, sympathisch – und verzichten einfach auf die Protzanfälle ihrer männlichen Kollegen: Eine neue Generation von Fußballerinnen spielt sich bei der EM in die Herzen der Fans. Frank Hellmann hat einen tieferen Blick auf die aktuelle Vorzeigeelf des DFB geworfen.

Der Traum vom Buch: Jährlich erscheinen in Deutschland Zehntausende neue Bücher. Der Weg dahin aber ist nicht einfach – weitaus mehr Autoren und Autorinnen versuchen, ihre Texte zu veröffentlichen. Manche scheitern, manche verlegen sie einfach selbst. Ist das eine gute Idee?

 

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Sharon Battiste hat Jan Hoffmann aus Hannover die letzte Rose im Finale von „Die Bachelorette“ gegeben. Seitdem sind die beiden ein glückliches Pärchen. Im Interview mit der „Neuen Presse“ hat Jan Hoffmann verraten, wie sie nun ihre gemeinsame Zukunft planen (+).

 

Termine des Tages

Fußball I: Die erste Runde des DFB-Pokals steht an. Heute müssen unter anderem Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg und der VfL Bochum gegen vermeintliche Underdogs ran.

Fußball II: Der erste Titel der Saison geht an den FC Bayern München oder an RB Leipzig. Um 20.30 Uhr wird der Supercup in der Red-Bull-Arena in Leipzig angepfiffen.

 

Wer heute wichtig wird

Der Countdown bis zum EM-Finale läuft: Am Sonntagabend spielen die DFB-Frauen gegen England in Wembley. Heute um 18 Uhr stellt sich Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg noch mal den Fragen der Journalistinnen und Journalisten.

Der Countdown bis zum EM-Finale läuft: Am Sonntagabend spielen die DFB-Frauen gegen England in Wembley. Heute um 18 Uhr stellt sich Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg noch mal den Fragen der Journalistinnen und Journalisten.

 

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihre Chantal Ranke

 

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