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Söder zu Schließung der Skigebiete: „Ischgl ist nicht vergessen“

  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat in einer Regierungserklärung die Schließung der deutschen Skigebiete verteidigt.
  • Der Infektionsherd im österreichischen Ischgl zu Beginn der Pandemie sei nicht vergessen, betonte er.
  • Deutliche Kritik äußerte Söder an den Querdenken-Protesten.
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München. In seiner Regierungserklärung vor dem bayerischen Landtag hat Ministerpräsident Markus Söder am Freitag die Schließung von Skiliften als Maßnahme im Kampf gegen Corona verteidigt. „Ischgl ist nicht vergessen“, sagte Söder.

Bayern sei ein Land der Skifahrer, die Schließung der Skilifte und die Beschränkung des Wintertourismus sei jedoch dringend geboten. Deutschland gehe in dieser Frage denselben Weg wie auch Frankreich und Italien – „das ist eine internationale Initiative, wir schließen uns dem an“, so Söder.

Die Forderung einer europaweiten Schließung der Skigebiete war in der Schweiz und Österreich auf Ablehnung gestoßen. Söder betonte in seiner Regierungserklärung erneut, dass Reiserückkehrer aus Österreich zu einer zehntägigen Quarantäne verpflichtet seien.

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Virus nicht verharmlosen

Söder warnte außerdem eindringlich vor einer Verharmlosung des Coronavirus. „Viele haben den Ernst der Lage immer noch nicht verstanden“, sagte er. Das Virus bleibe aber „potenziell tödlich und hochgefährlich“. Und jeder Todesfall sei nicht nur eine statistische Größe, sondern bedeute ein Schicksal für eine Familie.

„Jeder Einzelne hätte sich auch auf Weihnachten gefreut.“ Doch die Zahl der Todesfälle nehme dramatisch zu, warnte der Ministerpräsident. Am Ende des Jahres werde es heuer sechsmal so viele Tote durch Corona geben wie im Straßenverkehr.

Deutliche Worte richtete Söder an die Protestbewegung gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. „Nachdenken immer, Querdenken nein“, sagte er. Bei den Protesten zeige sich ein „toxisches Gebräu aus Fake News, Angst und Intoleranz“. Dort tummelten sich Rechtsextreme, Reichsbürger und „Verschwörungstheoretiker mit zumeist antisemitischem Hintergrund“. Diese Zusammensetzung sei von der Politik anfangs unterschätzt worden, so Söder.

Deutlich kritisierte der Ministerpräsident auch die Vergleiche mancher Demonstranten mit Sophie Scholl und den Vergleich des Infektionsschutzgesetzes mit dem Ermächtigungsgesetz der Nazis.

RND/feh/dpa

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