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Söder nach dem Corona-Gipfel: „Es handelt sich um eine komplett neue Pandemie“

  • Am Tag nach den langen und beschwerlichen Verhandlungen von Bund und Ländern hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder noch mal zu den Beschlüssen geäußert.
  • Er spricht aufgrund der Mutationen von einer „komplett neuen Pandemie“.
  • Außerdem übt er scharfe Kritik am Kommunikationsmanagement des Bundes.
Tobias Dinkelborg
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München. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nachdrücklich vor den mutierten Varianten des Coronavirus gewarnt. „Es gibt sehr viele, die die jetzige Mutationsgefahr unterschätzen“, sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. „Im Grunde handelt es sich um eine komplett neue Pandemie.“

Über dem ganzen Land liege eine „dunkle und schwere Wolke“, betonte der CSU-Chef. Die Stimmung beschrieb er „so wie das Wetter: leicht depressiv“. Es gebe keine Möglichkeit, der Situation auszuweichen. „Wir müssen der Tatsache ins Auge schauen, dass wir einen dritte Welle haben.“

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Im Video: „Richtig verstehen kann das keiner“ – So lief die Corona-Gipfel-Nacht
5:33 min
Die stellvertretende Leiterin des Berliner RND-Büros Kristina Dunz wirft im Video einen Blick zurück auf die zähen Verhandlungen und die Ergebnisse der MPK.  © RND
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Massive Kritik übte Söder am Kommunikationsmanagement des Bundes. „Insbesondere bei Mallorca“, betonte er. Die Bürger fragten sich zu Recht, wieso Urlaub auf Mallorca erlaubt sei, nicht aber im bayerischen Wald. „Gebiete über Nacht nicht mehr zum Risikogebiet zu erklären, muss vorher abgestimmt werden“, mahnte Söder. „Diese Hoppla-Hopp-Entscheidungen sind schwer verständlich und stellen viele der gesamten Corona-Maßnahmen in ihrer Legitimationswirkung infrage.“

Sehnsucht nach Urlaub

Auch er sehne sich nach einem Urlaub, aber das sei momentan nicht möglich. „So sehr ich Bayern liebe, es ist Zeit, in die Sonne zu fahren“, erzählte der CSU-Chef. „In Italien oder anderswo am Strand oder am Gardasee zu sitzen, wäre ein Traum. Es macht aber keinen Sinn. Wir müssen schauen, dass wir im Land alles zusammenhalten.“

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Vor diesem Hintergrund kritisierte Söder ebenfalls die Entscheidungsprozesse auf Bund-Länder-Ebene. Man müsse „daran arbeiten, prozessuale Dinge zu verändern“, sagte er. „Wenn wir wesentliche Entscheidungen zwischen 1 und 3 Uhr in der Nacht fällen, birgt das die Gefahr, dass nicht alle Details geklärt werden und die Kommunikation schwieriger wird.“ Er plädierte für „mehr Transparenz“ und warf die Forderung in den Raum, entsprechende Beratungen künftig „besser gleich öffentlich“ durchzuführen.

Unterdessen können Präsenzgottesdienste an Ostern – zumindest in Bayern – stattfinden. „Wir üben keinen Druck auf die Kirchen aus“, sagte Söder. In ihren Beschlüssen hatten Bund und Länder festgelegt, man werde „auf die Religionsgemeinschaften zugehen, mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen.“ Söder relativierte diesen Passus.

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Vermehrt jüngere Menschen betroffen

Dennoch erwartet der bayerische Ministerpräsident, „dass wir an Ostern einen neuen Höhepunkt der Pandemie erleben werden“. Die Mutation bedeute eine „deutlich höhere Sterblichkeit, höhere Ansteckung und längere Verweildauer auf den Intensivstationen“. Zudem seien vermehrt jüngere Menschen, „auch die ganz jungen“, betroffen. Hätte man nun keine Maßnahmen ergriffen, „wären wir nach Ostern möglicherweise national bei einem Inzidenzwert von 300″.

Knapp 15 Stunden lang hatten Bund und Länder am Montag über die neuen Corona-Regeln verhandelt – inklusive einer etwa vierstündigen Unterbrechung. Sie beschlossen die Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April. Von Anfang des Monats bis nach Ostern (1. bis 5. April) sollen in Deutschland fast alle Geschäfte geschlossen bleiben.

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