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Söder erneuert „Angebot“ für Kanzlerkandidatur: „Die Entscheidung kann nur die CDU treffen“

  • Ursprünglich wollten Markus Söder und Armin Laschet bis Sonntag klären, wer von ihnen als Spitzenkandidat der Union in den Bundestagswahlkampf zieht.
  • Ein Treffen in Berlin ist am späten Sonntagabend ohne Ergebnis geblieben.
  • Am Tag danach sagt Söder: „Es wird nicht mehr lange dauern.“
Tobias Dinkelborg
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Berlin/München. CSU-Chef Markus Söder hat seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur der Union erneuert. Aber: „Die Entscheidung kann nur die CDU treffen“, sagte der bayerische Ministerpräsident nach Beratungen des CSU-Präsidiums am Montag in München. „Es wird nicht mehr lange dauern.“

Söder wiederholte: „Meine Bereitschaft war und ist ein Angebot zur Unterstützung, für das Land und für die Union einen wichtigen, vielleicht zentralen Beitrag zu leisten, um am Ende erfolgreich zu sein.“

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Hängepartie um Kanzelerkandidatur der Union: „Weder Laschet noch Söder kann echter Gewinner sein.“
4:05 min
Armin Laschet oder Markus Söder – wer wird Kanzlerkandidat der Union? Im Video analysiert Kristina Dunz aus dem RND-Hauptstadtbüro die Lage in diesem Duell.  © RND
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Sollte die Entscheidung letztlich gegen Söder und für CDU-Parteichef Armin Laschet ausfallen, werde er „keinen Groll“ hegen. „Wird es Armin, hat er meine volle Rückendeckung und die Unterstützung der CSU. Sollte es umgekehrt sein, hoffe ich das genauso“, betonte der CSU-Chef. „Das Fazit: Die Zeit für eine Entscheidung ist da. Danach werden wir beraten, wie es weitergeht, wie wir uns inhaltlich aufstellen.“

Umfragen nicht überschätzen

Alle Argumente lägen nach der einwöchigen Diskussion nun „auf dem Tisch“, sagte Söder und zählte jene auf, die für ihn sprechen: Zuspruch aus der Bundestagsfraktion der Union, Zuspruch aus einzelnen Landesverbänden der CDU, Zuspruch aus der Bevölkerung. Umfragen sollte man nicht überschätzen, mahnte er, bezeichnete sie allerdings als „einen der wenigen Maßstäbe“, auf deren Basis man die Entscheidung treffen könne.

Am späten Sonntagabend hatten sich Söder und Laschet in Berlin getroffen, um über die Kanzlerkandidatur der Union zu beraten – ohne Ergebnis. Über die weiteren besprochenen Inhalte und das geplante Prozedere war zunächst nichts bekannt geworden.

Ursprünglich wollten Söder und Laschet bis Sonntag klären, wer von ihnen als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf zieht. Diese selbst gesetzte Frist ließen sie jedoch verstreichen, stattdessen liefern sie sich weiterhin einen Machtkampf.

Der CDU-Bundesvorstand will am Montagabend in einer digitalen Sondersitzung über das weitere Vorgehen beraten – und wird dann womöglich die finale Entscheidung treffen. „Die CDU ist die größere Schwester, nur sie kann entscheiden, ob die breite Unterstützung da ist“, erläuterte Söder. „Und wenn die CDU eine klare Entscheidung trifft, werden wir das akzeptieren.“

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„Wir haben uns mehr Mühe gegeben“

Er sei mit sich selbst „sehr im Reinen“, merkte der CSU-Chef an und versprach: „Es bleibt nichts hängen.“ Der Fokus müsse bald darauf gerichtet werden, „zu versöhnen, zusammenführen und zu einer großen, schlagkräftigen Einheit zu werden, sodass wir überall in Deutschland erfolgreich sind“.

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Annalena Baerbock, seiner möglichen Kontrahentin, gratulierte Söder zur Nominierung als Kanzlerkandidatin der Grünen. „Es wird um den Platz eins gehen zwischen Schwarz und Grün“, sagte er und sprach von einem „hoffentlich fairen Wahlkampf“. Um dann zu ergänzen: „Ich würde mich sehr darauf freuen, ihn zu führen.“

Dass die Grünen ihre Entscheidung nahezu geräuschlos getroffen haben, erachtete Söder nicht als Qualitätsmerkmal. „Ich glaube, wir haben uns mehr Mühe gegeben“, betonte er im Hinblick auf die ausgiebigen Beratungen der vergangenen Tage.

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