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Söder bei Putin: Keine Neben-Außenpolitik, dafür bayerisches Bier

  • Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder trifft sich am Mittwoch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
  • Aber anders als seine Vorgänger will der CSU-Chef in Moskau keine Neben-Außenpolitik machen, sondern für Kanzlerin Merkel vermitteln und die Sanktionen gegen Russland verteidigen.
  • Doch ein Geschenk für Putin hat Söder auch im Gepäck.
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Moskau. Kurz vor seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat CSU-Chef Markus Söder das Beibehalten der aktuellen Wirtschaftssanktionen verteidigt. "Die Sanktionen entfalten ihre Wirkung und es wäre falsch jetzt einfach zu sagen, es ist alles wieder gut", sagte der bayerische Ministerpräsident am Dienstag kurz vor seinem Abflug in München. Der Hebel der Sanktionen wirke umso mehr, weil sich viele Russen eine Verbesserung ihrer Wirtschaftslage wünschten. Dies baue Druck auf. In jedem Fall müsse Deutschland mit Russland in Kontakt bleiben, es sei jeder Schritt wichtig, um die Sichtweise der Bundesregierung zu vertreten.

Am Mittwochnachmittag will sich Söder erstmals seit seiner Wahl zum Parteichef und Ministerpräsidenten auf Einladung von Moskau mit Putin treffen. "Es geht ja nicht um Neben-Außenpolitik, sondern um eine Verstärkung, was wir Deutsche an Sorgen haben", betonte Söder. Reise und Botschaft seien eng mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgestimmt, "so dass wir da keine unabgestimmten Positionen vertreten". Gleichwohl warnt Söder vor zu hohen Erwartungen an die Reise: "Diese ganzen Herausforderungen sind mit vielen kleinen und leider viel zu vielen Schritten verbunden."

Putin darf sich auf bayerisches Bier freuen

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Im Gespräch zu bleiben, im Gespräch zu sein sei wichtig - nichts zu tun dagegen sei falsch. "Russland ist einer der zentralsten Partner, wenn es nahezu um alle Sicherheitsfragen und auch Migrationsfragen geht", sagte Söder. Begleitet wird er von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und dem Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger. Auch dieser hält die Reise für richtig: Deutschland müsse auch mit den Ländern das Gespräch suchen, mit denen es Probleme gebe. "Es führt zur Zeit bei den großen Krisen kaum ein Weg an Russland vorbei." Mit im Gepäck hat Söder übrigens als Geschenk bayerisches Bier.

Anders als sein Vorgänger Horst Seehofer verzichtet Söder bewusst auf die Begleitung durch CSU-Urgestein Edmund Stoiber. Stoiber und Putin pflegen seit 2006 ein gutes Verhältnis - dies hatte jedoch für Ärger gesorgt, da Stoiber fehlende Distanz zu Putin unterstellt wurde.

Abseits der großen Weltpolitik - etwa zur Lage in Syrien, in Libyen und in der Ukraine - will Söder seinen Besuch dennoch nutzen, um die bayerisch-russischen Beziehungen zu verbessern. Mit Moskaus Oberbürgermeister Sergej Sobjanin will er am Mittwoch Vereinbarungen zu engeren Wirtschaftsbeziehungen im Rahmen der Sanktionen sowie die Einführung eines neuen Stipendienprogramms für russische Studenten auf den Weg bringen. "Ich glaube, es sind viele kleine Bausteine, die am Ende ein größeres Bild ergeben", sagte Söder.

Bereits nach seiner Ankunft am Dienstagabend will Söder sich zudem mit Nichtregierungsorganisationen und Kreml-Kritikern treffen. Das von der Botschaft organisierte Treffen soll aber nicht öffentlich und ohne Journalisten stattfinden. Für Mittwoch sind neben dem obligatorischen Gang über den Roten Platz und natürlich dem Treffen mit Putin am Mittag auch Besuche samt Kranzniederlegungen auf einem Soldatenfriedhof und am Grabmal des unbekannten Soldaten geplant.

RND/dpa

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