So will die FDP die Lehrerausbildung reformieren

  • Mehr Praxis, eine gezieltere Auswahl der Studenten: Das sind zwei zentrale Punkte, die sich nach dem Willen der FDP in der Lehrerausbildung verändern sollen.
  • Für alle, die schon im Beruf sind, soll Weiterbildung zu einem Rechtsanspruch werden.
  • Wer sich nicht fortbilden will, soll aber auch schlechtergestellt werden als andere.
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Berlin. Die FDP fordert eine grundlegende Reform der Lehrerausbildung und ein umfassendes Auswahlverfahren für alle, die auf Lehramt studieren wollen. „Theorie und Praxis müssen enger verzahnt sein, damit Studierende frühzeitig ihr erlerntes Wissen in der Praxis anwenden und ihr Rollenverständnis vom Wissensvermittler bis hin zum Coach und Mentor erweitern“, schreibt der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Thomas Sattelberger, in einem Positionspapier, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Als Vorbild nennt er die duale Berufsausbildung, nach deren Muster auch OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher die Lehrerausbildung gestalten wolle. Gebraucht würden jetzt Reformstudiengänge, die im Erfolgsfall zum Regelmodell werden sollten, so Sattelberger.

Vor Studienbeginn sollen die Bewerber in einem Auswahlverfahren geprüft werden

In Finnland würden nur die am besten geeigneten Bewerber nach einem sorgfältigen Verfahren für das Lehramtsstudium zugelassen, schreibt der FDP-Politiker zudem. Um dies auch in Deutschland zu gewährleisten, müsse mithilfe eines Auswahlverfahrens zu Studienbeginn die Eignung der Bewerber für den Lehrerberuf festgestellt werden. „Dazu gehören nicht nur gute Noten, sondern auch die richtigen Persönlichkeitsvoraussetzungen wie Beziehungsfähigkeit, Motivation und Engagement“, heißt es in dem Papier.

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„Wer den Lehrerberuf ergreifen will, muss Sozialkompetenz genauso wie Fachkompetenz mitbringen“, sagte Sattelberger dem RND. Deshalb seien gute Auswahlverfahren zu Studienbeginn unverzichtbar. „Der Schulalltag ist anspruchsvoll und geprägt von einer heterogenen Schülerschaft“, führte der FDP-Politiker aus.

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Wer einmal Lehrer sei, benötige einen rechtlichen Anspruch auf Weiterbildung von 40 Stunden im Jahr, so die Forderung in dem FDP-Papier. „Während Ärzte ohne Fortbildungen ihre Zulassung verlieren, könnten viele Lehrer in Deutschland 40 Jahre ohne eine einzige Fortbildung unterrichten und trotzdem alle paar Jahre eine automatische Gehaltserhöhung erhalten“, heißt es dort. „Der Aufstieg in die nächste Gehaltsstufe sollte zukünftig an den Nachweis der verpflichtenden Fortbildungen geknüpft werden.“

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