So hat sich Mieten und Kaufen in Ihrer Region verteuert

In einigen deutschen Städten und Landkreisen haben sich die Wohnkosten im vergangenen Jahrzehnt immens erhöht, in anderen dagegen kaum. Eine interaktive Karte zeigt, wie es in Ihrer Region aussieht.

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Essen. Von Anfang 2008 und bis Ende 2018 haben die Mieten in Deutschland laut dem Essener Wirtschaftsforschungsinstitut RWI um durchschnittlich knapp 35 Prozent zugelegt. Im Vergleich zur allgemeinen Inflationsrate von 13 Prozent in dieser Zeit haben sich die Wohnkosten also um fast das Dreifache der sonstigen Preise erhöht. Dabei entwickelten sich die Mieten sogar noch verhältnismäßig moderat. Der Kaufpreis einer Eigentumswohnung liegt im Durchschnitt etwa 60 Prozent höher als 2008. Verglichen werden jeweils Immobilien mit vergleichbarer Ausstattung. Wenn also in der Zwischenzeit eine Wohnung luxuriös saniert wurde, werden die allein daraus resultierenden Preissteigerungen herausgerechnet.

München zieht sein Umland mit

Selbst mit dieser Bereinigung kosten Eigentumswohnung in München heute dreimal so viel wie vor zehn Jahren. Die Mieten haben sich in der bayerischen Landeshauptstadt immerhin verdoppelt. Keine andere Stadt oder Region trifft der Immobilienboom derart heftig. Auch viele Gebiete im Münchner Umland werden vom Sog erfasst: In den bayerischen Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Miesbach und Starnberg sind die Kaufpreise von Wohnungen seit 2008 sogar stärker gestiegen als in Berlin.

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An einigen Orten fielen die Hauspreise

In anderen Landstrichen Deutschlands werden dagegen gleichwertige Häuser heute sogar zu günstigeren Preisen angeboten als im Jahr 2008. In diese Gruppe fallen vor allem westdeutsche Kreise etwa in Ober- und Mittelfranken, aber auch Gebiete in Ostdeutschland wie der Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg.

Die Karte zeigt die Entwicklung der Wohnkosten in den gut 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten. Die Ansicht lässt sich zwischen Miet- und Kaufpreisen hin- und herwechseln.

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Die Karte zeigt, dass die Mieten in der Regel deutlich langsamer steigen als die Kaufpreise. Dafür sind die Hauspreise mancherorts sogar gesunken, während die Mieten flächendeckend zulegten. Den größten Mietanstieg gab es in Stuttgart, wo die Wohnkosten für Mieter seit 2008 um 108 Prozent zugelegt haben. Auf Platz 2 und 3 folgen München und Berlin. Danach kommen auch in dieser Auswertung wieder einige Landkreise aus Bayern. „Abgesehen von den Metropolen steigen die Mietpreise auch in vielen wirtschaftsstarken Kleinstädten und Kreisen stark an“, sagt die Autorin der Studie, Sandra Schaffner. Beispiele sind Pforzheim, Nordfriesland, Konstanz, Heidelberg, Freiburg, Dachau, Wiesbaden, Würzburg und der Main-Taunus-Kreis.

Die Analyse basiert auf einem Datensatz, in dem das RWI-Forschungsdatenzentrum alle seit 2008 auf der Internetplattform ImmobilienScout24 angebotenen Wohnungen und Häuser erfasst - egal ob zum Kauf oder zur Miete und über alle Größen, Ausstattungen und Lagen hinweg.

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Von Johannes Christ/RND