Skisaison: Österreich zieht die Notbremse – richtig so

  • Wende in Wien: Österreich stoppt die Skisaison bis Mitte Januar für Touristen aus dem Ausland.
  • Die Entscheidung ist ebenso richtig wie überfällig, kommentiert Eva Quadbeck.
  • Europa kann sich ein zweites Ischgl nicht leisten.
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Berlin. Österreich hat sich dazu entschlossen, auf der Schussfahrt in Richtung Skisaison doch noch einmal zu wenden. Vom 7. Dezember bis zum 10. Januar müssen die Hotels in den Skigebieten geschlossen bleiben, und für einreisende Touristen aus Risikogebieten – also beinahe aus ganz Europa – wird eine zehntägige Quarantäne verhängt.

Damit ist die Skisaison zumindest bis Mitte Januar faktisch abgesagt. Die einheimischen Skifahrer werden sich ohne ausländische Touristen coronakonform entspannt aus dem Weg gehen können.

Diese Wende des österreichischen Bundeskanzlers kommt überraschend. Hatte er doch vergangene Woche gegen Italien, Frankreich und Deutschland dafür getrommelt, den grenzüberschreitenden Skitourismus am Laufen zu halten. Das wäre allerdings fahrlässig gewesen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass das österreichische Ischgl im vergangenen Winter zum Symbol eines viel zu leichtsinnigen Umgangs mit dem Coronavirus geworden war.

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Österreich startet Massentests und erste Lockerungen
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Die Regierung um Bundeskanzler Sebastian Kurz will die ansteigenden Infektionszahlen mit freiwilligen Massentests in den Griff bekommen.  © Reuters
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Österreich hat sich nun entschlossen, nicht noch einmal die ökonomischen Interessen über die gesundheitlichen Notwendigkeiten zu stellen. Das ist gleichermaßen richtig wie unausweichlich. Langfristig wird diese für den Skitourismus schmerzliche Entscheidung auch Österreich zugute kommen. Die bisherige Erfahrung zeigt: Länder, die ihre Infektionszahlen im Griff halten können, kommen auch ökonomisch besser durch die Pandemie.

Auch die Schweiz sollte einlenken

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Mit dieser Entscheidung in Wien ist auch der europäische Konflikt um den Skitourismus vom Tisch. Deutschland, Italien und Frankreich können mit dem österreichischen Vorgehen zufrieden sein. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Schweiz noch ein Einsehen hat, die Skisaison ähnlich herunterzufahren wie Österreich.

Sollte die Schweiz hingegen nun erst recht ein Geschäft wittern und die unvernünftigen Skitouristen aus den Nachbarländern bewirten wollen, werden die EU-Staaten ihrerseits Maßnahmen ergreifen müssen. Man würde Quarantäne­anordnungen für Skitouristen verhängen müssen, die aus der Schweiz zurückkehren.

Der Impfstoff naht. Doch so lange man auf die Impfungen noch warten muss, lässt sich das Virus nur mit Disziplin im Zaum halten. Die Kontakt­beschränkungen sind dabei die wirksamsten Maßnahmen.

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