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Schafft das Sitzenbleiben ab – in Corona-Zeiten und darüber hinaus!

  • In der Corona-Krise läuft in den Schulen vieles nicht so, wie es soll.
  • Damit nicht die Schüler den Preis für die schlechte Planung der Politik zahlen, muss gelten: In diesem Schuljahr darf niemand sitzenbleiben.
  • Darüber hinaus gäbe es gute Gründe, das Sitzenbleiben komplett abzuschaffen, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. „In diesem Schuljahr darf niemand sitzen bleiben.“ Es ist ein einfacher, klarer Satz, den die Lehrergewerkschafterin Marlis Tepe spricht. Und die GEW-Chefin hat Recht damit.

Denn das, was für manch einen vielleicht nach einem Freifahrtschein fürs Faulenzen klingt, ist einfach nur gerecht: Schüler, Lehrer und Eltern stecken in der Pandemie durch den erneuten Fernunterricht in einer riesigen Stresssituation. Vieles funktioniert im Distanzunterricht nicht so, wie es sollte. Oft halten Server und Lernplattformen dem Druck nicht stand. Weder sind diese Probleme schnell zu beheben noch wird die Pandemie morgen vorbei sein. Es wird also ein Schuljahr mit Tücken bleiben.

Soll am Ende etwa der einzelne Schüler mit einem verlorenen Jahr den Preis dafür zahlen, dass die Politik die Schüler nicht besser auf diese Situation vorbereitet hat? Dafür, dass Deutschland ein digitales Entwicklungsland ist? Das darf nicht sein.

Ungerecht wäre ein Sitzenbleiben in der Pandemie auch deshalb, weil es wieder einmal vor allem die träfe, die es ohnehin besonders schwer haben: nämlich diejenigen, die zu Hause nicht so gut gefördert werden können. Nicht jeder hat Eltern, die ihm helfen können. Einige haben nicht einmal ein Zimmer, in dem sie in Ruhe arbeiten können. Diese Kinder brauchen – spätestens, wenn es wieder Präsenzunterricht gibt – besondere Unterstützung. Und nicht eine Zurückstufung, die ihre ganze Bildungskarriere erschwert.

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Sitzenbleiben ist teuer

Auch über die Sondersituation von Corona hinaus wäre es jetzt einmal an der Zeit innezuhalten und über folgende Frage nachzudenken: Sollte das Sitzenbleiben vielleicht sogar generell abgeschafft werden? Die Antwort lautet ja. Der Chef der Pisa-Studie, OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher, weist schon lange zu Recht darauf hin, dass das Sitzenbleiben erstens stigmatisierend wirkt, zweitens aber auch ineffizient ist.

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Sitzenbleiben ist volkswirtschaftlich teuer. Es werden entsprechend größere Kapazitäten an den Schulen benötigt – und der Betroffene startet später ins Erwerbsleben und zahlt später Steuern.

Wenn wir dieses Geld in eine bessere individuelle Förderung stecken, ist also nicht nur dem Einzelnen geholfen, sondern allen. Falls das Sitzenbleiben abgeschafft wird, hätte Corona zumindest einmal etwas Gutes bewirkt.

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