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Es hat mit den „Simpsons“ zu tun

Nach Merz-Versprecher: Qanon erwartet am 24. September ein „Großereignis“

Kein Scherz: Die Simpsons tauchen in einer Verschwörungserzählung auf. Kraftwerksbesitzer Mr. Burns und Homer im Gespräch.

Kein Scherz: Die Simpsons tauchen in einer Verschwörungserzählung auf. Kraftwerksbesitzer Mr. Burns und Homer im Gespräch.

Friedrich Merz, Bundesvorsitzender der CDU, hat am 27. Februar eine Rede im deutschen Bundestag gehalten und sich zum Krieg in der Ukraine geäußert. Ein Video der Rede geht nun durch die sozialen Medien und wird von Verschwörerinnen und Verschwörern der Qanon-Bewegung genutzt. Der Grund: ein Versprecher des Politikers.

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Der 24. September 2022 wird uns allen als ein Tag im Gedächtnis bleiben, von dem wir später einmal sagen werden: Ich weiß noch genau, wo ich war, als ich die erste Nachricht vom Krieg in der Ukraine gehört und die ersten Bilder davon gesehen habe.“ Das sagte Merz im Februar im Bundestag. Klar, dass sich der Politiker versprochen hat und den 24. Februar meinte – den Tag, an dem Russland seinen Angriffskrieg in die Ukraine startete. Im Plenarprotokoll wurde die Stelle korrigiert.

Beleg sollen „die Simpsons“ liefern

In Qanon-Kreisen wird der Versprecher aber anders gedeutet, wie Josef Holnburger, Geschäftsführer des Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), auf Twitter erklärt. Demnach handele es sich für die Anhängerinnen und Anhänger von Qanon um einen „heimlichen Hinweis auf ein kommendes Großereignis“. Das Video der Rede wird dem Experten zufolge oft auch beschnitten, sodass der Hinweis auf den Krieg in der Ukraine fehlt und so Raum für Spekulationen entsteht.

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Damit nicht genug. Die Verschwörerinnen und Verschwörer machten sich Holnburger zufolge auf die Suche nach einem entsprechenden „Ereignis“ mit ähnlicher Zahlenkombination. Das Ergebnis der Suche war die neunte Folge der 24. Staffel der US-amerikanischen Zeichentrickserie „Die Simpsons“. In dieser Folge kommt es offenbar in einem Kernkraftwerk zu einem starken Stromimpuls (EMP), der in der Umgebung für einen Blackout sorgt. Davor wollen die Verschwörungstheoretikerinnen und Verschwörungstheoretiker von Qanon mit der Verbreitung des Merz-Videos nun vermeintlich warnen.

Qanon-Szene nicht unterschätzen

Schon lange warten die Qanon-Gläubigen auf die Erfüllung des Planes von „Q“ – einer Person mit ungeklärter Identität, die angeblich Zugang zu Geheiminformationen der US-Regierung hat. Qanon wurde in den USA bereits mit zahlreichen gewalttätigen Vorfällen in Verbindung gebracht und ist dort als terroristische Bedrohung eingestuft.

Auch wenn der 24. September ohne ein von Qanon erwünschtes Großereignis vorbeigehen wird, warnt Holnburger davor, die Qanon-Szene zu unterschätzen. Diese sei zwar aktuell nicht mehr sonderlich präsent in den Medien – aber immer noch „riesig“. „Qanon wird oft nur belächelt – ist aber gefährlich“, erklärt Holnburger auf Twitter.

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RND/hb

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