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Auch an Silvester: Söder erwägt härtere Kontaktbeschränkungen in Bayern

  • Die bayerische Stadt Passau hat sich zu einem der größten Corona-Hotspots der Bundesrepublik entwickelt.
  • Ministerpräsident Söder machte sich am Donnerstag vor Ort ein Bild von der Situation.
  • Vor einer Verschärfung der Kontaktbeschränkungen an Silvester schreckt er nicht zurück.
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Berlin. Angesichts der weiterhin landesweit viel zu hohen Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) strengere Kontaktbeschränkungen in Aussicht gestellt – auch an Silvester.

„Ich glaube auch, dass wir uns jetzt noch einmal grundlegend in den nächsten Tagen, nächsten zehn Tagen überlegen müssen, ob das allein die Maßnahme ist oder ob es an einigen Stellen noch deutliche Verbesserungen braucht”, sagte Söder am Donnerstag in Passau mit Blick auf die am Vortag von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar.

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Durch den seit November geltenden Teil-Lockdown sei zwar das exponentielle Wachstum gestoppt worden, sagte Söder. Aber das reiche nicht aus. „Die Gesamtzahlen gehen nicht runter. Ganz im Gegenteil.”

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Söder zu Umgang mit Corona-Toten: „Es ist eine ethische Kapitulation“
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Der bayerische Ministerpräsident hat vor einer „ethischen Kapitulation“ beim Umgang mit den Todesfällen durch Corona gewarnt.  © Reuters

Erfolge nicht zunichte machen

In einzelnen Hotspots seien die Zahlen zum Teil sprunghaft angestiegen. „Wenn die Zahlen so bleiben, wird es auch klar sein, dass beispielsweise an Silvester die Zahl der Kontakte auch reduziert werden muss.” Ansonsten werde riskiert, dass alle Erfolge der vergangenen Wochen zunichtegemacht würden.

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Söder hatte den Corona-Hotspot am Donnerstagvormittag besucht. In einer anschließenden Pressekonferenz sagte er: „Wir wollen Corona bekämpfen, wir finden uns mit Corona nicht ab.“

Man wolle die betroffene Hotspot-Region deutlich besser ausstatten – etwa mit Masken und mehr Schnelltests für Alten- und Pflegeheime. Man werde zudem noch einmal bewusst überlegen, wie man mehr Stabilität und Sicherheit in den kleinen Grenzverkehr bekomme.

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Söder: Können uns nicht wegducken

„Wir brauchen, nachdem die Maßnahmen auf den Weg gebracht worden sind, Geduld“, betont der Ministerpräsident. Er wisse, dass Corona nerve – und zwar alle. Aber: „Wir können uns nicht wegducken“, es gebe keine anderen Möglichkeiten derzeit, als die Kontakte in der Breite zu reduzieren. Daher seien Ausgangsbeschränkungen ein ganz zentrales Element.

Ein Lichtblick seien die Berichte über womöglich baldige Impfungen, aber ein Zaubertrank sei es nicht. Und er betonte wie bereits viele Bundespolitiker mehrfach, dass es keine Impfpflicht geben werde.

In Passau ist die Lage seit Tagen besonders dramatisch. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, lag hier in den vergangenen Tagen teils bundesweit am höchsten. Am Mittwoch (Stand 8 Uhr) bezifferte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Inzidenz mit 482,9.

Auch in den umliegenden Landkreisen Passau (336,8), Regen (412,9) und Freyung-Grafenau (367,5) lag die Inzidenz deutlich über dem Grenzwert von 300. Dieser setzt automatisch die Prüfung von strengen Auflagen in Gang, wie Ausgangsbeschränkungen oder die Schließung von Dienstleistungen, die nicht täglich gebraucht werden.

RND/das/dpa

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