Sigmar Gabriel soll Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank werden

  • Sigmar Gabriel hat sich aus dem Bundestag zurückgezogen.
  • Doch Ruhe gönnt sich der SPD-Politiker deshalb noch lange nicht.
  • Nun steht er vor einer neuen Aufgabe: Er soll Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank werden.
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Berlin. Der ehemalige SPD-Chef und Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel soll Aufsichtsrat der Deutschen Bank werden. Die Bank hat nach eigenen Angaben am Freitag einen Antrag zur Bestellung des 60-Jährigen beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht. Bei der Hauptversammlung am 20. Mai soll sich Gabriel dann den Aktionären zur Wahl stellen. Gabriel soll im Kontrollgremium des Dax-Konzerns Jürg Zeltner ersetzen. Zeltner hatte den Posten Ende vergangenen Jahres kurz nach seiner Berufung geräumt, nachdem die Aufsicht Vorbehalte gegen die Bestellung des Ex-UBS-Managers geäußert hatte.

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Gabriel soll Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank werden
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Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel soll Aufsichtsrat der Deutschen Bank werden.  © AFP

„Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können“, ließ Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner mitteilen. „Als ehemaliger Umwelt-, Wirtschafts- und Außenminister wird Sigmar Gabriel mit seinem großen Erfahrungsschatz einen besonderen Beitrag leisten und unsere Kompetenz im Aufsichtsrat ergänzen.“

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Zuvor hatten sowohl der „Tagesspiegel“ als auch das „Handelsblatt“ über die Personalie berichtet. Gabriel ist Autor bei der Holtzbrinck-Gruppe, zu der die beiden Zeitungen gehören.

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Der Goslarer Sigmar Gabriel startete seine politische Karriere in Niedersachsen. Er trat 1977 in die SPD ein, wurde 1987 Kreistagsabgeordneter und zog 1990 in den Landtag ein. 1998 wurde er dort Fraktionsvorsitzender der SPD und übernahm bereits im Dezember 1999 das Amt des Ministerpräsidenten - als Nachfolger des zurückgetretenen Gerhard Glogowski (SPD). (Foto: Gabriel (rechts) 2002 mit Bremens Senatspräsident Henning Scherf.).  @ Quelle: dpa

Gabriel sagte laut der Mitteilung: „Mit einer nun klaren Strategie und ihrem starken Führungsteam hat die Deutsche Bank als eine der wichtigsten Finanzinstitutionen in Europa die Chance und die Verantwortung, die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft mit zu gestalten. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten.“

Gabriel gehörte dem Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in verschiedenen Funktionen neun Jahre lang an. Von Dezember 2013 bis März 2018 war er Vizekanzler, die SPD führte der gebürtige Niedersachse in den Jahren 2009 bis 2017. Sein Bundestagsmandat hatte Gabriel im November vergangenen Jahres abgegeben. Seit seinem Rückzug aus der Bundesregierung ist Gabriel in verschiedenen internationalen Gremien und Organisationen aktiv. Seit Juni 2019 ist er unter anderem in ehrenamtlicher Funktion Vorsitzender der Atlantik-Brücke.

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Zuletzt hatte Gabriel für Schlagzeilen gesorgt, nachdem spekuliert worden war, er würde Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Der Politiker entschied aber schließlich, dass er für den Posten nicht zur Verfügung stehe.

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Mit rechtlichen Problemen muss Gabriel bei einem Wechsel in die Wirtschaft nicht rechnen: Das Bundesministergesetz sieht lediglich vor, dass Mitglieder der Bundesregierung „innerhalb der ersten 18 Monate nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt eine Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes“ anzeigen müssen.

RND/das

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