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Gesundheitliche Gründe: Japans Regierungschef Abe tritt zurück

  • Japans rechtskonservativer Regierungschef Shinzo Abe tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück.
  • Das bestätigt seine Partei am Freitag.
  • Abe sagte, er müsse wegen Gesundheitsproblemen das Amt niederlegen und tue dies frühzeitig, um ein Führungsvakuum zu verhindern.
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Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat seinen Rücktritt angekündigt, will aber bis zur Ernennung eines Nachfolgers im Amt bleiben.  © Reuters
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Tokio. Japans rechtskonservativer Regierungschef Shinzo Abe hat wegen gesundheitlicher Probleme seinen Rücktritt angekündigt. Er werde so lange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger feststehe, sagte der 65-Jährige auf einer Pressekonferenz. Er wolle mit seinem Rücktritt verhindern, dass seine Gesundheitsprobleme zu einem Führungsvakuum führten. Testergebnisse hätten Anzeichen einer erneut aufflammenden Dickdarm-Erkrankung ergeben.

Kanzlerin Angela Merkel bedauert den Rücktritt Abes: “Wir haben immer sehr gut zusammengearbeitet.” Das deutsch-japanische Verhältnis habe sich in der gemeinsamen Zeit sehr gut entwickelt. “Auch über die großen Entfernungen zwischen Deutschland und Japan hat er immer wieder das gemeinsame Weltverständnis betont.” Das sagte sie auf ihrer Sommerpressekonferenz in Berlin.

Abe war von 2006 bis 2007 schon einmal Ministerpräsident

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Abe setzte sich als Ministerpräsident insbesondere für eine Belebung der japanischen Wirtschaft ein. Zudem stärkte er das Militär. Er war länger Ministerpräsident des Landes als jeder seiner Vorgänger. Erst am Montag hatte er den Rekord seines Großonkels Eisaku Sato übettroffen, der von 1964 bis 1972 2798 Tage durchgehend Regierungschef gewesen war.

Die Zeit seit seinem Amtsantritt im Dezember 2012 war eine der politischen Stabilität in dem Land. In den vorangegangenen Jahren hatte es häufige Wechsel an der Regierungsspitze gegeben. Abe war erstmals bereits 2006 Ministerpräsident geworden, im folgenden Jahr aber nach einer schweren Niederlage bei der Oberhauswahl zurückgetreten. Auch damals soll sein Rücktritt aber auch gesundheitliche Gründe gehabt haben.

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Sorgen wegen Abes Gesundheitszustand hatten in den vergangenen Wochen wegen nicht näher erklärten Untersuchungen in einem Krankenhaus in Tokio zugenommen. Sein zweiter dortiger Besuch am Montag verstärkte Spekulationen, dass er möglicherweise seinen Posten aufgeben müsse.

Kanzlerin Angela Merkel zu Besuch bei dem japanischen Premierminister Shinzo Abe.
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Abe leidet an der chronischen Dickdarmentzündung Colitis Ulcerosa

Abe leidet nach eigenen Angaben seit seiner Teenager-Zeit unter der chronischen Dickdarmentzündung Colitis Ulcerosa. Ob seine jüngsten Gesundheitsprobleme und Krankenhausbesuche damit zusammenhängen, hat er nicht mitgeteilt. Politische Vertraute sagten, er sei überarbeitet und brauche dringend Erholung.

Planmäßig würde seine aktuelle Amtszeit im September nächsten Jahres enden. Es wird angenommen, dass er Regierungschef bleibt, bis ein neuer Parteichef gewählt und vom Parlament formal als Ministerpräsident bestätigt wird.

Abe-Erzrivale ist in Meinungsumfragen von Medien ein Favorit

Shigeru Ishiba, ein 63-jähriger ehemaliger Außenminister, der für einen harten Kurs steht und Abes Erzrivale ist, ist in Meinungsumfragen von Medien ein Favorit für den Posten. In der Liberaldemokratischen Partei ist er allerdings weniger beliebt. Auch der ehemalige Außenminister Fumio Kishida, Verteidigungsminister Taro Kono und Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga wurden in japanischen Medien als mögliche Nachfolger genannt, ebenso Yasutoshi Nishimura, Minister für wirtschaftliche Erholung, der für die Corona-Maßnahmen zuständig ist.

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Auch die Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, wird von manchen als mögliche Kandidatin für die Regierungsspitze genannt. Dafür müsste sie allerdings zuerst ins Parlament gewählt werden.

RND/AP

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