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Serbien will vorerst keine Pflegekräfte mehr nach Deutschland schicken

  • In Deutschland sind Zehntausende Stellen in der Alten- und Krankenpflege unbesetzt.
  • Deshalb bemüht sich die Bundesregierung um die Anwerbung ausländischer Fachkräfte.
  • Doch es gibt Widerstand.
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Berlin. Die Bundesregierung hat bei ihrem Versuch, ausländische Pflegekräfte für Altenheime und Krankenhäuser anzuwerben, einen Rückschlag erlitten. Eine entsprechende Kooperation mit Deutschland sei überraschend ausgesetzt worden, berichtete die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”. Dabei geht es um das seit 2013 laufende “Triple-Win-Projekt” der bundeseigenen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Bundesagentur für Arbeit (BA), das auch Vereinbarungen mit Bosnien und Herzegowina, Tunesien und den Philippinen beinhaltet.

“Komm nicht nach Serbien”

Im kommenden Jahr könnte Serbien die Vereinbarung mit Deutschland nun sogar ganz aufkündigen, berichtete die Zeitung. Sie beruft sich auf Äußerungen des serbischen Arbeits­mi­nist­ers Zoran Djordjevic.

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Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vučić hat dem Bericht zufolge unterdessen in einem Fernsehinterview Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) attackiert, der im vergangenen Jahr im Ko­sovo und in Mexiko gewesen war, um dort um Pflegekräfte zu werben.

Vučić wurde mit den Worten zitiert: “Er sagt: Ich komme nach Serbien und hole eure Kran­kenschwestern ab. Ich habe ihm ins Gesicht gesagt, ich möchte nicht, dass du nach Ser­bien kommst und meine Schwestern abholst.” Vučić habe zudem betont, er schätze Spahn als Minister. In Deutschland gebe es das beste Gesundheitswesen der Welt. “Aber komm nicht nach Serbien”, so Vučić.

Bundesagentur bedauert Entscheidung

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium wollte die Sätze nicht kommentieren. Spahn habe jedoch nie aktiv um Pflegekräfte aus Serbien geworben, hieß es lediglich. In Deutschland können derzeit Zehntausende Stellen in der Alten- und Krankenpflege nicht besetzt werden. Experten rechnen damit, dass bis 2025 rund 150.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden.

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Eine Sprecherin der BA bedauerte die Entscheidung der Serben. Man wisse aber, dass ein Wechsel von Pflegekräften nach Deutschland in Serbien inzwi­schen “kritischer betrachtet wird als zuvor”. Mit den anderen Partner­ländern solle die Zusammenarbeit weiterlaufen.

Bisher etwa 6000 Pflegekräfte angeworben

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Nach jüngsten Zahlen des Bundesarbeitsministeriums sind im Rahmen des Projekts “Trip­le Win” 5797 Pflegekräfte aus Bosnien und Herzegowina, Serbien, den Philippinen und Tunesien nach Deutschland gekommen.

Zudem besuchen derzeit in Vietnam 107 Personen einen Deutschsprachkurs; sie sollen ab Mitte des Jahres nach Deutschland kommen. Mehr als die Hälfte der eingereisten Pflege­kräfte kommt aus den Philippinen.

RND/tms

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