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„Machtdemonstration gegenüber SPD und Union“: Social-Media-Professorin analysiert das erste Koalitionsselfie

  • Ein gemeinsames Instagram-Selfie von Baerbock, Lindner und Co. sorgt am Mittwoch für viele Diskussionen.
  • Welche Signale die Parteispitzen von Grünen und FDP damit aussenden, analysiert Hanna Klimpe, Professorin für Social Media.
  • Sie sagt gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): Das Selfie sei eine Machtdemonstration gegenüber SPD und Union.
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Die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck, FDP-Chef Christian Lindner und FDP-Generalsekretär Volker Wissing haben am späten Dienstagabend ein gemeinsames Foto von ihren ersten Gesprächen über eine gemeinsame Regierung gepostet. Viermal das gleiche Foto bei Instagram mit der gleichen Bildunterschrift – welches Signal sendet das Bild aus?

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Hanna Klimpe, Professorin für Social Media, erklärt gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Das Foto signalisiert, wir werden eine Regierungsbildung schaffen.“ Als Regierungsparteien in der Minderheit sei ein solches Statement clever und „eine Machtdemonstration gegenüber SPD und Union“. Die vier Menschen auf dem Foto scheinen sehr gelöst zu sein. „Auf dem Bild wirken sie wie lockere Eltern“, so Klimpe im Gespräch mit dem RND.

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Social-Media-Professorin: „Bild ist ein kluger Schachzug“

Der Text zum Foto sagt kaum etwas aus: „Auf der Suche nach einer neuen Regierung loten wir Gemeinsamkeiten und Brücken über Trennendes aus. Und finden sogar welche. Spannende Zeiten“, heißt es. Das Foto symbolisiere Geschlossenheit und Einigkeit, ohne inhaltlich konkret zu werden, analysiert Klimpe. „Das Instagram-Bild ist ein kluger Schachzug, da FDP und Grüne dort inhaltlich überhaupt nichts versprechen.“

Anders gehe es derzeit auch kaum, da die beiden Parteien viele konträre Positionen vertreten. „Inhaltliche Fragen werden bewusst ausgespart und weggeschoben“, so der Eindruck der Expertin. Stattdessen wollen die vier Vertrauen in der Bevölkerung erzeugen.

Sticheln FDP und Grüne mit Selfie gegen die Union?

Das Bild sei aber nicht nur ein Signal der Souveränität, meint die Social-Media-Expertin. Sie sieht darin auch „eine Spitze gegen die Union, die mit ihren internen Kämpfen alles andere als souverän wirkt“.

2017 gab es bei den Koalitionsverhandlungen mit FDP und Grünen schon einmal Fotos, die für Aufsehen gesorgt haben: winkende Politikerinnen und Politiker auf Balkonen – doch zu einer Koalition ist es nicht gekommen. Wiederholt sich nun auf Instagram die Situation? Klimpe räumt ein, dass natürlich immer die Gefahr bestehe, dass die Koalitionsverhandlungen platzen. „Aber das Bild drückt ein großes Selbstbewusstsein und einen Regierungswillen aus. Ganz anders als Christian Lindner 2017 mit seinem Satz: ‚Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren‘.“

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Die grüne Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop kommentiert auf Twitter: „So könnte eine neue politische Kultur aussehen: gemeinsame Kommunikation und Wertschätzung statt Durchstechereien und übereinander herziehen. Chapeau. Der Post bei Instagram zeigt auch, dass dieser Kanal immer wichtiger wird.“

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