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  • Seehofer zu Hanau: Gefahr von rechts ist derzeit die größte Bedrohung in unserem Land

Liveblog - mutmaßlicher Täter soll zwei Menschen aus Auto erschossen haben

  • Nach der Bluttat mit elf Toten in Hanau ermittelt die Generalbundesanwaltschaft wegen Terrorverdachts.
  • Der Generalbundesanwalt geht von einem „fremdenfeindlichen Motiv“ aus.
  • Alle Entwicklungen im Liveblog.
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Hanau. Eine schwere Gewalttat erschüttert Hanau: Insgesamt gibt es elf Tote, weitere Menschen werden schwer verletzt. Die Suche nach dem mutmaßlichen Täter endet erst nach Stunden: Die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen Tobias R. wurde in seiner Wohnung in Hanau gefunden, dort fanden Spezialkräfte noch eine weitere tote Person - seine Mutter. Der Generalbundesanwalt übernahm die Ermittlungen und sprach zu einer “zutiefst rassistischen Gesinnung” der 43-jährigen Täters.

Deutschland steht noch unter Schock, die Menschen sind fassungslos, viele trauern. In vielen Städten fanden Donnerstag Gedenkveranstaltungen oder Schweigeminuten statt. In der Politik wird diskutiert, was nun zu tun ist, um die Wiederholung einer solchen Tat zu verhindern.

Video
Generalbundesanwalt: Täter von Hanau hatte "zutiefst rassistische Gesinnung"
0:31 min
Das Manifest des mutmaßlichen Täters von Hanau weist laut Generalbundesanwalt Peter Frank eine "zutiefst rassistische Gesinnung" auf.  © AFP
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Live-Ticker
Aktualisieren
  • 21.02.20 19:40
    Nach dem Anschlag in Hanau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für die Solidarität ihrer europäischen Kollegen bedankt. "Ich möchte mich zunächst bei meinen europäischen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich dafür bedanken, dass sie mir und damit ja auch ganz Deutschland ihre Anteilnahme zu den schrecklichen Morden von Hanau ausgedrückt haben", sagte die CDU-Politikerin am Freitag nach einem EU-Gipfel in Brüssel.

    Damit hätten die anderen Staats- und Regierungschefs auch deutlich gemacht, "dass es eine starke europäische Solidarität gibt im Kampf gegen Rassismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Rechtsterrorismus und für unsere Demokratie, für unsere Werte und für die Würde jedes Einzelnen".
  • 21.02.20 18:12
    Die Gedenkstelle für die Opfer der Anschläge in der Hanauer Innenstadt am frühen Abend.
  • 21.02.20 18:11

    Rechtsextreme Mahnwache in Pforzheim verboten

    Pforzheim hat eine für diesen Sonntag geplante rechtsextreme Fackel-Mahnwache in der Stadt verboten. Nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag in Hanau sehe man eine veränderte Lage, teilte die Kommune am Freitag mit. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe von einer sehr hohen Gefährdungslage und möglichen Nachahmungstätern gesprochen. "Vor dem Hintergrund dieser Gefährdungseinschätzung halte ich es für unvertretbar, dass sich am Sonntag Rechtsextreme in unserer Stadt versammeln", sagte Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch laut Mitteilung.

    Eine Gruppe aus dem extrem rechten Spektrum nutzt den Gedenktag der Bombardierung von Pforzheim (23. Februar) regelmäßig, um sich mit Fackeln auf dem Wartberg am Nordrand des Enztals zu versammeln. Auch in diesem Jahr wollten sie eine solche Mahnwache abhalten. Die Gruppe kann sich beim Verwaltungsgericht Karlsruhe gegen das Verbot wehren, wie ein Stadtsprecher erläuterte. Sollte sie dies tun, werde das Gericht voraussichtlich an diesem Samstag eine Entscheidung treffen. Eine Gegendemonstration ist ebenfalls angemeldet.

    Es sei an der Zeit, dem vergifteten Klima - wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) es ausgedrückt habe - mit aller Macht entgegenzuwirken und zu handeln, sagte Boch weiter. Damit müsse man am Sonntag beginnen, indem man die Rechtsextremisten gar nicht erst nach Pforzheim lasse. "Ich will diese Leute definitiv nicht hier haben. Und ich weiß, dass es die Mehrheit unserer Bürgerschaft genauso sieht."
  • 21.02.20 16:47

    "Es wird Zeit, dass wir alle Gesicht zeigen"

    Den ganzen Tag über haben Bürger nahe dem Tatort in der Hanauer Innenstadt Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet - zum Beispiel Frank Hamburger aus Offenburg. "Es wird Zeit, dass wir alle Gesicht zeigen", sagt der 62-jährige Sozialarbeiter, dessen Arbeitskollegin mehrere Bekannte durch die Morde verloren habe. Er selbst komme aus einer jüdischen Familie, habe mehrere Angehörige im Holocaust verloren und als Kind selbst erfahren, was Ausgrenzung und Feindseligkeit bedeuten. "Nach dem Hass, der in den letzten Jahren hochkam, musste man mit so etwas rechnen", sagt er über die Anschläge von Hanau. "Trotzdem ist man fassungslos."
  • 21.02.20 16:33

    Freunde der Ermordeten kommen zusammen

    Am Heumarkt, direkt neben dem ersten Tatort in der Hanauer Innenstadt, sind am späten Nachmittag Freunde der Ermordeten zusammengekommen, um ihrer zu gedenken. "Wir wissen, das ist nicht vom Himmel gefallen. Wir haben den NSU nicht vergessen", sagte eine Sprecherin, Newroz Duman. "Wir brauchen eine Gesellschaft, die sagt: Es reicht, wir akzeptieren das nicht."
  • 21.02.20 15:49

    Bus von Halle nach Hanau: Menschen wollen Anteil nehmen

    Als Zeichen der Anteilnahme für die Angehörigen der Anschlagsopfer von Hanau sind rund 30 Menschen von Halle in Sachsen-Anhalt nach Hessen gefahren. "Wir wollen den Menschen vor Ort nah sein. Das ist wichtig, dass wir ihnen zuhören, miteinander reden, und ihnen unsere Hilfe anbieten", sagte Mamad Mohamad, Geschäftsführer des Landesnetzwerkes Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt am Freitag bei der Abfahrt des Reisebusses. In Hanau hatte ein Deutscher am Mittwochabend neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben.

    Mohamad sagte, da der Anschlag von Halle erst vier Monate her sei, wisse man sehr genau, welche Ohnmacht Menschen ergreifen könne, die mit so einer Situation umgehen müssten. Die traumatischen Erlebnisse seien von den Menschen noch lange nicht verarbeitet worden. Nach eigenen Angaben kam die Gruppe am frühen Nachmittag in Hanau an. Dort legten die Teilnehmer Blumen und Kerzen nieder und kamen mit Trauernden ins Gespräch, wie eine Mitgereiste berichtete.

  • 21.02.20 15:28

    Mutmaßlicher Täter soll zwei Menschen aus Auto erschossen haben

    Der mutmaßliche Attentäter Tobias R. soll während seiner Fahrt durch Hanau zwei der Todesopfer in ihren Autos erschossen haben. Das sagten Behördenvertreter am Freitag in einer Telefonkonferenz Mitgliedern des Innenausschusses des Bundestages, wie Teilnehmer berichteten. Nicht beantwortet worden sei hingegen die Frage, wann am Mittwochabend der erste Notruf bei der Polizei eingegangen sei.

    Wie die Abgeordneten laut Teilnehmern der Besprechung erfuhren, hatte der Attentäter bis 2018 in München zur Untermiete gewohnt. Den Abgeordneten wurde den Angaben zufolge weiter mitgeteilt, Tobias R. sei zuletzt arbeitslos gewesen, habe wenig soziale Kontakte gehabt und bei seinen Eltern gewohnt. Dort sollen zwei Schusswaffen gefunden worden sein, eine Sig Sauer und eine Walther-Kleinkaliberwaffe. Sein Vater habe bislang nicht vernommen werden können. Wann genau die Mutter erschossen wurde, sei noch nicht geklärt.

  • 21.02.20 14:13

    Christliche Solidarität


    Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, hat den muslimischen und jüdischen Gemeinden in Hessen angesichts der rassistisch motivierten Morde in Hanau ihre Solidarität ausgesprochen. Sie betonte in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben, evangelische Christen verurteilten Rassismus und träten für ein friedliches Zusammenleben ein. Der christliche Glaube widerspreche rassistischem Denken und fördere die Würde aller Menschen. Das Schreiben schließt mit den Worten: "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den betroffenen Familien, Freundeskreisen und Gemeinschaften. Wir stehen an Ihrer Seite. Friede sei mit Ihnen - Salam aleikum - Schalom".
  • 21.02.20 13:14

    Weitere Kundgebungen in Hanau geplant

    Nach dem Terroranschlag in Hanau soll es in der hessischen Stadt weitere Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen geben. Zu den Anmeldern gehören Initiativen, der Deutsche Gewerkschaftsbund oder Privatpersonen, teilte die Stadt Hanau mit. Am Freitagnachmittag sollte es zunächst eine Kundgebung am Marktplatz geben, außerdem war ein Demonstrationszug zu den Tatorten des Anschlags vom Mittwoch geplant. Für den Samstag hat die Stadt nach Angaben einer Sprecherin bislang zwei Anmeldungen für eine Demonstration sowie für eine Kundgebung vorliegen. Auch am Sonntag wollten Menschen auf die Straße gehen.
  • 21.02.20 13:01

    Brand nahe einer Shisha-Bar in Döbeln - LKA ermittelt

    Nach dem Brand nahe einer Shisha-Bar und eines Döner-Imbisses in Döbeln (Mittelsachsen) hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Aufgrund der räumlichen Nähe könne ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden, sagte ein LKA-Sprecher am Freitag. Am frühen Freitagmorgen waren ein Brand im Schuppenanbau eines Mehrfamilienhauses sowie im Keller eines benachbarten Hauses ausgebrochen. Feuerwehrleute löschten die Flammen. Verletzt wurde niemand. Die Hintergründe zu den Bränden waren zunächst unklar. Brandursachenermittler untersuchen derzeit die Brandorte. Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

    Laut LKA haben die Ermittlungen nichts mit den Anschlägen im hessischen Hanau zu tun. „Wir sind immer achtsam“, so der Sprecher.
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Lage der Tatorte im hessischen Hanau

Bei den Gewalttaten sind insgesamt elf Menschen getötet worden, darunter der mutmaßliche Täter. Stunden nach dem Verbrechen an zwei unterschiedlichen Tatorten mit neun Toten entdeckte die Polizei die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen in seiner Wohnung in Hanau - dort fanden Spezialkräfte noch eine weitere tote Person. Insgesamt kamen damit elf Menschen am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag ums Leben.

RND/dpa

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