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Seehofer erwartet bis zu fünf Millionen weitere afghanische Flüchtlinge

Horst Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat

Horst Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat

Berlin. Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet nach der Machtübernahme der Taliban damit, dass 300.000 bis fünf Millionen weitere Afghanen die Flucht ergreifen. Das sagte der CSU-Politiker nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag bei einer Unterrichtung der Bundestags-Fraktionschefs. Einen Zeitraum nannte er demnach nicht. Auch der „Spiegel“-Journalist Matthias Gebauer berichtete auf Twitter über die Aussage Seehofers. In der Vergangenheit haben insbesondere Nachbarländer wie der Iran und Pakistan Flüchtlinge aus Afghanistan aufgenommen. Ein weiteres wichtiges Transit- und Zielland ist die Türkei.

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Die Taliban hatten in den vergangenen Tagen in einem rasanten Tempo eine Stadt nach der anderen teilweise kampflos eingenommen, waren am Sonntag auch in die Hauptstadt Kabul eingedrungen und haben bereits den Präsidentenpalast in ihrer Kontrolle. Die Bundesregierung hatte angesichts der dramatischen Lage am Freitag entschieden, das Botschaftspersonal auf ein Minimum zu reduzieren. Am Sonntag wurden bereits alle Mitarbeiter zum Flughafen gebracht, der von mehreren tausend US-Soldaten abgesichert wird.

Nach Machtübernahme der Taliban in Afghanistan: Merkel plant operative Evakuierung

Die Bundeskanzlerin gab am Montagabend in Berlin bekannt, was die Bundesregierung als Erstes nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan machen will.

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Chaotische Szenen auf Kabuler Flughafen

In der Nacht zu Montag landeten 40 Mitarbeiter der deutschen Botschaft mit einem US-Flugzeug in Doha im Golfemirat Katar. Zwei Bundeswehrmaschinen wurden auf ihrem Weg nach Kabul aufgehalten, weil sie wegen chaotischer Zustände auf dem Flughafen in Kabul keine Landeerlaubnis bekamen.

Es kam zu chaotischen Szenen: Zahlreiche Afghanen, die sich vor den Taliban in Sicherheit bringen wollen, versuchten in Flugzeuge zu gelangen und blockierten die Landebahn. Die beiden deutschen Militärtransporter vom Typ A400M hingen deswegen nach einem Tankstopp im aserbaidschanischen Baku fest. Eine Maschine startete dann nach Kabul, blieb aber zunächst in einer Warteschleife in der Luft. Sie musste am Abend dann in Richtung der usbekischen Hauptstadt Taschkent abdrehen, um dort nachzutanken, wie aus Militärkreisen verlautete.

RND/dpa

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