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„Sea-Watch“ wirft libyscher Küstenwache Schüsse auf Migrantenboot vor

  • Die Nichtregierungsorganisation Sea-Watch hat auf Twitter ein Video veröffentlicht, das zeigen soll, wie die libysche Küstenwache auf ein Migrantenboot schießt.
  • „Wer auf Menschen schießt ist nicht dazu da, sie zu retten“, schreiben die Aktivisten.
  • Die NGO forderte, dass die EU die Zusammenarbeit mit der „sog. Libyschen Küstenwache“ sofort beenden solle.
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Barcelona. Die libysche Küstenwache hat einer Rettungsorganisation zufolge ein Migrantenboot beschossen. „Wer auf Menschen schießt und versucht, ihre Boote zu kentern, ist nicht dazu da, sie zu retten“, twitterte die deutsche Nichtregierungsorganisation Sea-Watch am Donnerstag.

„Die EU muss die Zusammenarbeit mit der sog. Libyschen Küstenwache sofort beenden.“ Die Organisation veröffentlichte ein Video von dem mutmaßlichen Vorfall vom Mittwoch.

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Die Küstenwache wollte möglicherweise das überfüllte Boot davon abhalten, über das Mittelmeer nach Europa zu fahren. Die Aufnahmen wurden von einem Flugzeug aus gemacht. Darauf war zu sehen, wie ein kleines Holzboot mit kleinem Motor und mindestens zwei Dutzend Insassen bei hoher Geschwindigkeit von der Küstenwache verfolgt wird.

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Verfolgungsjagd durch internationale Gewässer

Die Verfolgungsjagd führte durch internationale Gewässer, in denen Malta für Such- und Rettungseinsätze verantwortlich ist.

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Sea-Watch erfuhr später nach eigenen Angaben, dass das Migrantenboot am Donnerstagmorgen auf der italienischen Insel Lampedusa eingetroffen sei.

Die EU unterstützt die Küstenwache, um Migranten auf dem Weg nach Europa aufzuhalten. Bislang sind in diesem Jahr mindestens 723 Menschen entweder gestorben oder verschwanden auf der Mittelmeerroute.

Vom 1. Januar bis 26. Juni sind knapp 15.000 Migranten von der Küstenwache abgefangen und nach Libyen zurückgebracht worden. Das ist ein Rekord.

Die Vereinten Nationen und Aktivistenorganisationen halten es für falsch, dass die Migranten in das Land zurückgebracht werden. Dort kommen viele in schlechte Haftanstalten, wo sie Missbrauch und Folter ausgesetzt sein können.

RND/AP

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