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Schwesig über Krebstherapie: “Man wird demütig vor dem Leben”

  • Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich durch ihre Krebserkrankung verändert.
  • In einem Interview spricht sie über ihren aktuellen Zustand.
  • Und Schwesig verrät, was sie zukünftig in der Politik verändern will.
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Schwerin. Ihre Krebstherapie hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach eigener Aussage demütiger gemacht. Die Zeit der Therapie habe sich wie ein Marathon angefühlt, sagte sie der Wochenzeitung “Die Zeit”. “Man wird demütig vor dem Leben.” Schwesig hatte im Herbst 2019 ihre Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht. Nach ihrer überstandenen Krankheit wolle sie künftig stärker darauf achten, dass Politiker einander Wertschätzung entgegenbringen.

Die vergangenen Monate hätten ihre ganze Kraft gefordert, sagte Schwesig. "Wie soll es auch anders sein, wenn man gleich zwei Bedrohungen hat, die sich gegen einen wenden: die Bedrohung durch Corona für das Land, für die Bevölkerung. Und die Bedrohung durch die eigene Krankheit für mich." Als die Pandemie begann, habe gerade das letzte Drittel ihrer Krebstherapie angefangen. Deshalb habe sie auch beschlossen, als Ministerpräsidentin weiterzumachen. Ihr sei dabei klar gewesen, dass sie gesundheitlich ein besonderes Risiko eingehe. Sie habe aber entschieden: "Die Kapitänin geht als Letzte von Bord. Irgendwie habe ich gedacht, das schaffst du jetzt auch noch."

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Schwesig hatte die Veröffentlichung ihrer Erkrankung im Herbst und die Veröffentlichung ihrer Genesung vor gut zwei Wochen mit einem Zitat des Theologen und NS-Gegners Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) "Von guten Mächten wunderbar geborgen" kommentiert. Das unter diesem Titel vertonte Gedicht über Mut und Trost ist ein beliebtes Lied in evangelischen Gottesdiensten.

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Als sie aufgrund ihrer Krebstherapie ein Treffen der Ministerpräsidenten verpasst hatte, habe sie im Anschluss eine Karte erhalten, auf der alle unterschrieben hatten. “So was kommt im politischen Alltag sonst nicht vor”, sagte die SPD-Politikerin. Überhaupt habe der öffentliche Zuspruch sie in den vergangenen Monaten sehr berührt. Sonst hätten Politiker häufig mit Wut und Anfeindungen zu tun. “Ich habe gelernt, dass die Gesellschaft oft viel menschlicher ist, als wir meinen.”

RND/epd

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