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Vorbild Israel: Lauterbach fordert Schnellteststrategie statt Quarantäne in Schulen

  • Schnelltests statt Isolation: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich für eine Änderung der Quarantäneregeln an Schulen und Kitas ausgesprochen.
  • Laut Lauterbach seien Schnelltests ein zuverlässiges Instrument, um Infektionsketten zu unterbrechen.
  • Der SPD-Politiker verweist dabei auf Israel.
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich zur diskutierten Änderung der Quarantäneregeln an Schulen für eine umfassende Schnellteststrategie ausgesprochen. „Weder die Durchseuchung der Kinder noch ständig Quarantäne sind akzeptabel“, schrieb er auf Twitter. Nach seiner Meinung sollten sich Kinder zweimal pro Woche selbst testen.

Sollte ein Kind einer Klasse positiv getestet sein, empfiehlt Lauterbach: „Fünf Tage morgens alle Kinder testen.“ Dabei sollten lediglich Schnelltests verwendet werden. Diese seien auch bei der Delta-Variante ausreichend zuverlässig, um ein potenzielles Superspreading in betroffenen Klassen zu verhindern. Der Vorteil gegenüber PCR-Testungen sei „die Schnelligkeit, ein Ergebnis vor Schulbeginn zu haben“. Dies sei wichtiger als ein spätes Resultat durch das aufwendigere PCR-Testverfahren. Der SPD-Mann ist sich sicher: „Diese Strategie durchbricht Infektionsketten und minimiert Schulausfall.“

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Aktuell gilt noch Quarantänepflicht für Schüler

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In seinem Twitter-Post verlinkte Lauterbach einen Artikel der israelischen Tageszeitung „Haaretz“, in dem von 180.000 Schülern in Israel die Rede ist, die durch die dortige Schnellteststrategie in der Schule bleiben konnten.

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In Deutschland gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen bislang unterschiedlich damit um, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen. Wie der „Business Insider“ in Bezug auf ein vorliegendes Beschlusspapier berichtet, wollen die Bundesländer auf der Gesundheitsministerkonferenz am Montag über die Lockerung und Vereinheitlichung der Quarantäneregeln für Schüler abstimmen.

Kinderärzte befürworten ebenfalls Quarantäne nur für infizierte Kinder

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, befürwortet in der Corona-Pandemie eine gezieltere Quarantäneregelung an Schulen. Bedingung sei eine sorgfältige Kontrolle über Tests, sagte er am Montag bei einem Pressebriefing des Science Media Centers. In einigen Bundesländern werde schon jetzt geschaut, ob nur das infizierte Kind in Quarantäne geschickt werden und der Rest weiter zur Schule gehen könne. Wenn man diesen Weg sorgfältig und kontrolliert beschreite, sei das „insgesamt ein guter Weg“.

„Das ist dann ganz wichtig, dass der Rest der Klasse gut getestet wird und hier die Kontrollfunktion nicht verloren geht“, ergänzte er. Dann könne das eine Maßnahme sein, die zwei Dinge miteinander verbinde: „Nämlich einerseits, die Infektionskette frühzeitig zu stoppen. Frühzeitiger als man sie stoppen würde, wenn man auf die Symptomatik warten würde“, sagte Dötsch. „Und zweitens den Schulunterricht für alle anderen, die nicht das Virus in sich tragen, weiter aufrechtzuerhalten.“

Es spiele für Quarantäneregelungen generell eine große Rolle, ob jemand eine hohe oder eine niedrige Viruslast habe, wie eng der Kontakt sei und wie stark die Schutzmaßnahmen, so Dötsch. Für das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig spielt auch die Treffgenauigkeit bei Quarantänemaßnahmen eine Rolle. Sie liege in der Schule zum Beispiel deutlich niedriger als in einem Haushalt, sagte Berit Lange, Leiterin der Klinischen Epidemiologie am HZI.

Mit dpa

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