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Von Testpflicht bis Präsenzunterricht: Diese Schul-Regeln gelten in den Bundesländern

  • Nach den Osterferien geht in den meisten Bundesländern in der kommenden Woche die Schule wieder los.
  • Bundesweit einheitliche Regeln, wie es an den Schulen weitergeht, gibt es allerdings nicht.
  • Für NRW und Berlin gibt es noch kaum Informationen über das Vorgehen.
Leonie Rottmann
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Berlin. Die Kultusminister der Länder beraten an diesem Donnerstag über das weitere Vorgehen an den Schulen. In neun der 16 Bundesländer gehen am Sonntag die Osterferien zu Ende.

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Unterricht in Präsenz? Bund und Länder beraten am Donnerstag über Schulöffnungen
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In neun der 16 Bundesländer gehen am Sonntag die Osterferien zu Ende. Die Rückkehr von Lehrern und Schülern ist vor dem Hintergrund der Corona-Lage ungewiss.  © dpa

In Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz ist bereits wieder Unterricht, in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland beginnt er an diesem Donnerstag. Hamburg hatte keine Osterferien, und in Hessen und Schleswig-Holstein dauern die Ferien noch bis Ende kommender Woche.

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Überraschende Entscheidungen für ein einheitliches Vorgehen oder bundesweite Schulschließungen zeichnen sich aber nicht ab, denn viele Bundesländer haben für ihre Schulen längst Pläne gemacht. Lehrkräfte und Familien mussten rechtzeitig vor Ferienende informiert werden. Über Schulfragen entscheiden die Länder zudem grundsätzlich selbst.

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Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) forderte, Schulen und Kindergärten so lange wie möglich offen zu halten.

Auch die Kultusminister der Länder hatten sich mit Verweis auf das Recht auf Bildung und notwendige soziale Kontakte von Kindern und Jugendlichen immer wieder gemeinsam dafür ausgesprochen, den Unterricht in den Schulen so weit wie möglich aufrechtzuerhalten.

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Der Deutsche Lehrerverband plädierte dafür, dass Kommunen, Gesundheitsämter und Schulträger je nach Lage vor Ort entscheiden sollten, ob es weiter Präsenzunterricht oder wieder Schule zu Hause geben soll.

Im Februar waren nach wochenlangen Schließungen zunächst die Grundschüler in Deutschland wieder in die Einrichtungen zurückgekehrt. Auch Abschlussklassen bekommen schon länger wieder Unterricht in der Schule.

Die Jahrgänge dazwischen kamen im März Schritt für Schritt zurück - meist in geteilten Gruppen mit sogenanntem Wechselunterricht. Der Rückkehrprozess war aber vor Ostern noch nicht überall abgeschlossen. Einige Schüler waren seit Dezember nicht mehr in ihrer Schule.

Jedes Bundesland entscheidet selbst

Die Rückkehr kommt vor dem Hintergrund der Corona-Lage nun teilweise weiter ins Stocken.

Brandenburg zum Beispiel schickt ältere Schüler oberhalb der Grundschule erst einmal wieder in den „Fernunterricht“. In Baden-Württemberg müssen sogar die Grundschüler nach den Ferien zunächst wieder zu Hause bleiben.

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Anderswo geht es dagegen mit dem bisherigen Wechselbetrieb weiter, aber mit unterschiedlichen Regeln.

Ein Überblick über das weitere Vorgehen an Schulen in den einzelnen Bundesländern:

Baden-Württemberg

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Schüler sowie Lehrkräfte müssen sich für den Präsenzunterricht in Baden-Württemberg in Regionen mit hohen Infektionszahlen testen lassen. Für diejenigen, die ab dem 12. April in die Schule zurückkehren, sind die Tests aber zunächst noch freiwillig. In Baden-Württemberg ist der Präsenzunterricht bis zum 16. April ausgesetzt - nur Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 7 dürfen zur Notbetreuung in die Schule gehen, sofern ihre Eltern die Betreuung nicht gewährleisten können. Für alle anderen findet Fernunterricht statt.

Die Testpflicht soll dann ab dem 19. April für alle Schülerinnen und Schüler in Regionen mit einer Inzidenz von über 100 gelten. Ab diesem Tag ist die Rückkehr zum Wechselbetrieb für alle Klassenstufen vorgesehen, jedoch immer in Abhängigkeit des aktuellen Infektionsgeschehens.

Bayern

Bayern kämpft gegen anhaltend hohe Corona-Zahlen. Deshalb gilt ab dem 12. April in Bayern eine regelmäßige Corona-Testpflicht für alle Schüler und Lehrer - ansonsten dürfen sie nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Der jeweilige, ortsabhängige Inzidenzwert spielt dabei keine Rolle.

Alle Schülerinnen und Schüler sollen zwei Mal in der Woche direkt in der Schule einen PCR-, Schnell- oder Selbsttest machen. Bei einem Wert von über 100 könne dies je nach Unterrichtsmodell sogar noch häufiger der Fall sein, erläuterte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Wer den Test verweigert oder in Quarantäne muss, erhält Distanzunterricht. Die Regelungen gelten analog auch für Lehrkräfte und anderes schulisches Personal.

Berlin

In Berlin steht noch nicht fest, ob Lehrer und Schüler ab Montag in die Schulen zurückkehren werden. Die Klassenstufen 7 bis 9 sind seit Mitte Dezember in Berlin komplett zu Hause. Der Berliner Senat berät am Donnerstag (8. April) darüber, wie es mit den Berliner Schulen weitergehen soll.

Brandenburg

Für die weiterführenden Schulen in Brandenburg steht ab dem 12. April wieder Homeschooling auf dem Plan. Das teilte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstagnachmittag nach einer Kabinettssitzung mit. Die Grundschulen bleiben im Wechselmodell.

Vom Distanzunterricht ausgenommen sind außerdem die Abschlussklassen. Kitas bleiben geöffnet; Eltern sind aber angehalten, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagte Woidke. „Jede Stunde, die nicht regulär gehalten werden kann, tut uns sehr weh.“

Bereits ab Montag sollen für alle Schüler genügend Schnelltests zur Verfügung stehen, sodass sie sich zweimal pro Woche zu Hause testen lassen können. Ab dem 19. April soll es dann die Testpflicht geben - Schüler dürfen dann die Klassenzimmer nur noch betreten, wenn sie zweimal wöchentlich einen Test machen. Diese sollen zu Hause durchgeführt werden.

Bei minderjährigen Schülern müssen die Eltern die Tests abholen oder der Schule erlauben, sie den Kindern mitzugeben. Volljährige bekommen die Testkits von der Schule ausgehändigt. Zusätzlich sollen die Eltern die Durchführung der obligatorischen Tests und das negative Ergebnis per Formular jeweils aktuell bestätigen.

Für Kinder, die diese Erklärung nicht vorweisen können, soll es ein Angebot für Distanzunterricht geben.

Bremen

Auch Bremen führt eine Testpflicht ab dem 19. April an den Schulen ein. Schüler und Beschäftigte müssen demnach zweimal pro Woche einen Coronatest machen.

Können sie keinen negativen Test vorweisen, dürfen Schülerinnen und Schüler das Schulegelände nicht mehr betreten. Grundsätzlich gilt aber weiterhin die Präsenzpflicht in Bremen - nur Schüler, deren Eltern die Kinder nicht testen lassen möchten, bekommen Distanzunterricht. In der Woche nach den Osterferien, also ab dem 12. April, gilt die Testpflicht noch nicht.

Neben der Testpflicht sollen auch Grundschüler einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn der ortsabhängige Inzidenzwert über 100 liegt. Für Kita-Kinder soll es keine Testpflicht geben.

Hamburg

In Hamburg wird zwar schon seit einigen Wochen über einen strengeren Lockdown diskutiert, die Schulen sollen aber nach einem Bericht des NDR vorerst nicht schließen.

Schulen sollen demnach erst wieder geschlossen werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz einen Wert von mehr als 200 Neuinfektionen erreicht. Allerdings wird auch in Hamburg eine Testpflicht für Schüler und Lehrpersonal eingeführt.

Hessen

In Hessen wird in Schulen auf freiwilliges Testen gesetzt. Wie das Kultusministerium Ende März mitteilte, hat das Corona-Kabinett eine Teststrategie für Schulen und Kitas beschlossen, nach der sich Schüler, Lehr- und weiteres Schulpersonal an allen hessischen Schulen „unkompliziert, kostenfrei und freiwillig zweimal in der Woche selbst testen können“.

Eine Testpflicht besteht nicht. Daher können auch Schüler und Schulpersonal am Präsenzunterricht teilnehmen, die sich nicht testen lassen.

Mecklenburg-Vorpommern

Künftig soll immer die Corona-Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch darüber entscheiden, ob in der folgenden Woche Präsenzunterricht an den Schulen in MV stattfinden kann oder nicht.

Liegt sie am Stichtag über 150, fällt der Unterricht vor Ort aus, liegt sie darunter, dürfen die Kinder zur Schule. Das teilte das Schweriner Bildungsministerium am Mittwoch mit.

Nach aktuellem Stand bedeutet das, dass in allen Kreisen und kreisfreien Städten die Schulen öffnen dürfen, da der Inzidenzwert nirgendwo über 150 liegt.

Niedersachsen

Für Niedersachsens Schüler geht am 12. April die Schule wieder los - die aktuellen Regelungen bleiben unverändert. Das Vorgehen richtet sich nach der Inzidenz.

Wenn die Infektionslage es zulässt, sind Präsenzunterricht im Wechselmodell (Szenario B: Inzidenz unter 100) und Kinderbetreuung in Regelgruppengröße ohne Gruppenmischung möglich.

Sobald sich das Infektionsgeschehen zuspitzt, sind Distanzlernen (Szenario C: Inzidenz über 100) abgesehen von Grundschulen, Förderschulen und Abschlussklassen sowie die Rückkehr zur Notbetreuung in den Kitas notwendig.

Freiwilliges Distanzlernen ist nicht möglich, die Präsenzpflicht gilt wieder vollumfänglich. Die umfassenden Regelungen für vulnerable Personen sind hiervon unberührt und bleiben weiterhin in vollem Umfang bestehen.

Im Unterricht ist am Sitzplatz grundsätzlich in allen Jahrgängen der Sekundarbereiche I und II eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Nur der Primarbereich ist davon befreit.

Nordrhein-Westfalen

Wie der Unterricht in Nordrhein-Westfalen nach den Osterferien aussieht, ist noch unklar. Der WDR berichtet darüber, dass es bei der Auslieferung der Corona-Tests Probleme gibt.

Aktuell steht der von Armin Laschet (CDU) vorgeschlagene „Brücken-Lockdown“ in NRW zur Diskussion, jedoch gibt es noch keine Informationen darüber, ob die scharfen Maßnahmen auch für Schulen gelten sollen.

Vor den Osterferien war von Seiten des Schulministeriums die Rede, dass der Regelbetrieb nach den Osterferien zunächst weiter ausgesetzt wird. Stattdessen sollten die Schulen - wenn es das Infektionsgeschehen zulässt - für zwei Wochen in den Wechselunterricht starten.

Rheinland-Pfalz

Die Teststrategie für Schulen in Rheinland-Pfalz sieht vor, dass die Lehrkräfte die Schüler seit Mittwoch bei den Corona-Tests anleiten und beaufsichtigen.

Das Land will am Wechsel zwischen Fern- und Präsenzunterricht festhalten. Zudem soll die Entscheidung zu Wechsel- oder Fernunterricht bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 nicht vom Ministerium getroffen werden.

Saarland

Kurz nach dem Start des umstrittenen Saarland-Modells haben auch die Schulen im Saarland wieder den Betrieb aufgenommen - allerdings weiterhin ohne vollständige Rückkehr in den Präsenzunterricht, mindestens bis zum 19. April. Ab dann wird es eine Testpflicht an weiterführenden Schulen geben.

Demnach müssen sich Schüler zweimal wöchentlich in der Schule testen lassen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Für Schüler, die keinen Test machen, soll es alternative Lernangebote für zu Hause geben.

Sachsen

In Sachsen öffnen Schulen und Kindertageseinrichtungen inzidenzunabhängig. Allerdings gibt es eine Testpflicht für die Teilnahme am Präsenzunterricht für die weiterführenden Klassen. Sie müssen sich zweimal pro Woche testen lassen, um am Unterricht teilnehmen zu können.

Außerdem steht der Abitur-Fahrplan in Sachsen: Je nach Entwicklung der Infektionszahlen ist die Verschiebung von Prüfungsterminen möglich. Vorgesehen sind jeweils zwei Termine. Abiturientinnen und Abiturienten, die sich zum ersten noch nicht in der Lage sehen, die Prüfung abzulegen, können auf den zweiten ausweichen; dieser ist dann Pflicht.

Zudem soll es pro schriftlicher Prüfung eine zusätzliche Bearbeitungszeit von 30 Minuten geben. schon fest

Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt startet die Pflicht, sich für den Schulbesuch zweimal pro Woche testen zu lassen, im 12. April. Ohne negatives Ergebnis dürfen Schüler nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Die Testpflicht gilt für alle Schulen, also auch für Grundschulen.

Schleswig-Holstein

Ab dem 19. April müssen sich Schüler und Beschäftigte zwei Mal in der Woche auf das Coronavirus testen lassen. Die Organisation der Tests sollen die Schulen – wie bisher auch – in eigener Verantwortung regeln. Am ersten Schultag nach den Ferien soll in der Regel gleich die erste Schulstunde für die Tests genutzt werden. Der reguläre Unterricht soll dann eine Stunde später starten.

In Schleswig-Holstein gibt es schon seit Ende März Testangebote für Schüler, allerdings waren die Tests bisher freiwillig. Jetzt werden die Tests verpflichtend, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu können. Wer sich nicht testen lässt, bekommt kein zusätzliches digitales Angebot. Die Schüler sollen aber alternative Aufgaben bekommen.

Thüringen

Schüler und Lehrer an thüringischen Schulen sollen sich ab dem 12. April kostenlos zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen können. Grundschüler sollen einfache Lutschtests bekommen. Ältere Schüler bekommen Antigen-Tests. Die Lehrkräfte sollen die Tests beaufsichtigen und dokumentieren, sie sollen in den ersten Unterrichtsstunden stattfinden. Zwar sollen sich auch Lehrer testen können, eine Testpflicht besteht jedoch weder für Schüler, noch für Lehrer, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu können.

RND mit Material von dpa

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