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Schröder krisitisiert Trump: Sind Partner, aber keine Gefolgsleute

  • Ein Wechselspiel der USA zwischen Phasen des auf sich selbst Besinnens und dann wieder Phasen der internationalen Verantwortung seien nach Ansicht von Altkanzler Gerhard Schröder schon immer da gewesen.
  • Trumps Politik aber habe eine neue Qualität.
  • Europa müsse mit gemeinsamer politische Kraft dagegenhalten.
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Hannover. Altkanzler Gerhard Schröder geht in der Corona-Krise mit der America-first-Politik von US-Präsident Donald Trump hart ins Gericht. “Das hat es ja immer schon in der amerikanischen Geschichte gegeben: Phasen des auf sich selbst Besinnens und dann wieder Phasen der internationalen Verantwortung”, sagte der SPD-Politiker in der zweiten Folge seiner Podcast-Reihe “Gerhard Schröder - Die Agenda”. “Aber die Brutalität, mit der das gegenwärtig von Trump und seiner Administration durchgesetzt wird, das hat schon eine neue Qualität.”

Man müsse den USA sehr deutlich sagen: "Wir sind Partner, aber keine Gefolgsleute, wie ihr euch das so vorstellt." Gerade jetzt, da es ein weltweites Problem gebe, sei America first (Amerika zuerst) so etwas von falsch. "Aber ich habe nicht die Hoffnung, dass das da in der Führung begriffen wird", so der 76-Jährige. Schröder forderte, aus der europäischen Währungsunion heraus mehr gemeinsame politische Kraft zu entwickeln. Die Corona-Krise sei eine Bewährungsprobe und fordere vor allem den Einsatz Deutschlands.

Widerstände gegen Milliardenhilfen der EU überwinden

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"Es ist ja doch sehr interessant, dass inzwischen in Europa eine Diskussion beginnt, die sagt, naja, ihr könnt euch das leisten, aber wir nicht", sagt Schröder. "Weswegen es ja auch richtig ist, dass Deutschland die anfängliche Zurückhaltung - ich will das mal sehr freundlich formulieren - aufgegeben hat, als es um Hilfen für Italien, Spanien, Portugal oder auch Frankreich ging." Jetzt werde sich zeigen, "ob sich das integrierte Europa als solches erweist oder auch nicht".

Widerstände gegen das von Deutschland und Frankreich angestoßene milliardenschwere Hilfspaket müssten überwunden werden. “Die Kaufleute in Holland wird man überzeugen müssen, dass sie da nicht auf die Bremse auf Dauer treten können”, sagte Schröder.

RND/dpa

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