Umfrage: SPD profitiert nicht von Scholz’ Kanzlerkandidatur

  • Die Bereitschaft, die SPD zu wählen, ist nach der Nominierung von Vizekanzler Olaf Scholz als Kanzlerkandidat nur minimal gestiegen, wie das Allensbach-Institut in einem Gastbeitrag für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt.
  • Einer aktuellen Umfrage des Instituts zufolge liegen die Beliebtheitswerte der SPD immer noch weiter hinter denen der Unionsparteien und denen der Grünen.
  • Zweifel gibt es demnach auch am Rückhalt Scholz’ in seiner Partei.
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Berlin. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach kann die SPD von der Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz bislang nicht profitieren. Das schreibt die Leiterin des Instituts, Renate Köcher, in einem Gastbeitrag für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”. Seit seiner Nominierung als SPD-Kanzlerkandidat ist die Bereitschaft, bei der nächsten Bundestagswahl die SPD zu wählen, demnach von 16 auf 17 Prozent gestiegen.

Allerdings zeigen die Umfrageergebnisse, dass die Sympathiewerte der SPD immer noch im unteren Bereich liegen: Nur 15 Prozent nennen die SPD die sympathischste Partei; die Grünen erreichen 21 Prozent, die CDU/CSU 41 Prozent. Die Studie hat ergeben, dass der Anteil der Bürger, denen die SPD in ihrer derzeitigen Verfassung gefällt, noch nie so gering wie heute war: Unter den Befragten gaben 13 Prozent an, dass ihnen die SPD gefällt, 59 Prozent aber missfällt sie. Unter den SPD-Anhängern äußern sich nur 47 Prozent positiv.

SPD immer noch als zerstritten wahrgenommen

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Die SPD werde zudem immer noch als sehr zerstritten wahrgenommen: Der Anteil jener, die sie in der Umfrage für eine weitgehend geschlossene politische Formation halten, ist nur von 11 auf 15 Prozent gewachsen.

48 Prozent der Befragten äußerten Zweifel daran, dass Scholz den Rückhalt seiner Partei hat. Viele der Befragten äußerten sich auch unschlüssig zu der Frage, inwieweit Scholz den Kurs seiner Partei beeinflussen kann. 26 Prozent sind überzeugt, dass er großen Einfluss nehmen kann, während ihm 35 Prozent der Bevölkerung begrenzte Möglichkeiten zuschreiben und 39 Prozent unsicher sind.

Fokus der Bevölkerung bei Krisenmanagement

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Die Allensbach-Studie ergab außerdem, dass 54 Prozent der Befragten die Kompetenz, das Land durch schwere Krisen zu führen, den Unionsparteien zuschreiben – bei der SPD waren das 9 Prozent.

Lediglich 18 Prozent der Bürger ziehen demnach eine von der SPD geführte Regierung einer von der Union geführten vor. Vor der vorigen Bundestagswahl waren es noch 28 Prozent.

RND/lhen

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