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Scholz sieht Schub für die Konjunktur durch europäische Corona-Hilfen

  • Bald fließen wohl die ersten Milliarden aus Brüssel zur wirtschaftlichen Erholung der EU nach der Pandemie.
  • Ein positiver Effekt sei schon jetzt spürbar, meint Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).
  • Ein anderes europäisches Großprojekt kommt hingegen nicht voran.
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Luxemburg/Athen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erwartet von den bald anlaufenden europäischen Corona-Hilfen Schub für die wirtschaftliche Erholung. Schon jetzt zeige die gemeinsame europäische Aktion Wirkung, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag vor Beratungen mit seinen EU-Kollegen. Man sei jetzt in der Phase, die nationalen Aufbaupläne zu genehmigen. Es sei wichtig, dass dies zügig gehe.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch als erstes die Pläne von Portugal und Spanien bewilligt. Am Donnerstag brachte Kommissionschefin Ursula von der Leyen positive Bescheide nach Athen und Kopenhagen.

Griechenland bekommt demnach 17,8 Milliarden Euro an Zuschüssen und 12,7 Milliarden an Krediten aus dem Aufbaufonds RRF, dem Herzstück der 750 Milliarden Euro schweren Corona-Hilfen. Dänemark kann mit 1,5 Milliarden Euro rechnen, ausschließlich Zuschüsse. Erste Gelder sollen im Juli fließen.

Kraftakt der EU

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Das im vergangenen Jahr verabredete Aufbauprogramm gilt als beispielloser Kraftakt der EU. Neu ist, dass im großen Stil gemeinsam Schulden aufgenommen werden, die zum Teil als Zuschüsse ausgeteilt werden. Die in der Pandemie wirtschaftlich am härtesten getroffenen Mitgliedsstaaten bekommen besonders viel Geld aus dem Krisentopf.

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Der Bundeswirtschaftsminister erwartet nächste Woche eine entsprechende Entscheidung in der Koalition.  © Reuters
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Eine andere europäische Großbaustelle kommt hingegen nicht voran: Zur Bankenunion werde es keine Entscheidung geben, sagte Scholz vor der Sitzung der Eurogruppe in Luxemburg. Eigentlich sollte bis Ende Juni zumindest ein Fahrplan zur Einigung stehen. Doch wird man sich wohl noch einmal mindestens sechs Monate Zeit nehmen.

Bei der nach der Finanzkrise 2008 gestarteten Bankenunion geht es um ein einheitliches Regelwerk, das den Bankensektor in Europa stabil und leistungsfähig halten soll. Eingeführt sind schon eine einheitliche Aufsicht und ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus. Umstritten ist die gemeinsame Einlagensicherung EDIS als dritte Säule. Deutschland verlangt den Abbau von Risiken in Bankbilanzen als Vorbedingung. Darüber wird seit Jahren gestritten.

Drittes wichtiges Thema der Finanzminister waren laut Scholz die weltweite Mindestbesteuerung von Unternehmen, die die G7-Finanzminister zuletzt vereinbart hatten. Dies müsse nun auch im Kreis der EU diskutiert werden, sagte der Bundesfinanzminister.

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Der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna versicherte, er unterstütze das G7-Konzept. Doch müssten noch die Details geklärt. Luxemburg gilt wie Irland und die Niederlande als eines der EU-Länder, die Unternehmen mit günstigen Steuerkonditionen anlocken und künftig zu Korrekturen gezwungen sein könnten.

RND/dpa

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