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Plakataktion gegen Grüne: Schleswig-Holsteins Umweltminister will Werbefirma boykottieren

  • In den vergangenen Tagen sind in deutschen Großstädten Plakate aufgetaucht, die den Wahlplakaten der Grünen ähneln, aber die die Kampagne der Partei schmähen.
  • Der Umweltminister Schleswig-Holsteins, Jan Philipp Albrecht (Grüne), hat deshalb Konsequenzen für die zuständige Werbefirma gefordert.
  • Kommunen sollten in Betracht ziehen, „dieser Firma keine weiteren Aufträge mehr zu erteilen“.
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Kiel. In der Diskussion um eine Schmähkampagne gegen die Grünen hat der schleswig-holsteinische Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) dem Kölner Außenwerbekonzern Ströer Media mit dem Entzug von öffentlichen Aufträgen gedroht, berichten die „Kieler Nachrichten“.

In verschiedenen Großstädten Deutschlands sind seit einigen Tagen große Plakate ausgestellt, die Stimmung gegen die Partei machen. Sie machen zunächst den Anschein von Plakaten der Partei: Grüner Hintergrund und Sonnenblumen – die allerdings den Kopf hängen lassen. Versehen sind sie mit Wörtern wie „Wohlstandsvernichtung“, „Klimasozialismus“ oder „Ökoterror“.

Auf seinem privaten Twitter-Account schrieb Albrecht nun: „Wenn #Ströer nicht offenlegt, wer die von ihnen veröffentlichte Hetzkampagne gegen #Grüne finanziert hat, sollte dies in jeder Kommune und jedem kommunalen Unternehmen zum Anlass genommen werden, dieser Firma keine weiteren Aufträge mehr zu erteilen.“

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Hinter der Kampagne steckt die Hamburger Firma Conservare Communication GmbH, wie deren Inhaber und Geschäftsführer, ehemaliges CSU-Mitglied und nach eigenen Angaben jetzt parteilos, David Bendels der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Werbeunternehmen wehrt sich

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Das Werbeunternehmen Ströer wehrte sich gegen die Drohungen Albrechts ebenfalls auf Twitter: „Werbung genießt den grundrechtlichen Schutz der Freiheit der Meinungsäußerung. Ströer ist als Vermarkter der Flächen nicht für Inhalte u. Gestaltung der Werbung verantwortlich.“

Albrecht hingegen wirft der Firma vor, dass die Behauptung, es sei unmöglich, die Schaltung einer solchen Anzeige zu verweigern, falsch sei. „Stattdessen liegt nahe, dass hier durch Auslandsfinanzierung auf die #btw21 Einfluss genommen wird“, schrieb er auf Twitter.

Infolge seiner Tweets wurde der Umweltminister Schleswig-Holsteins selbst Ziel von Vorwürfen. Diverse Nutzer und Nutzerinnen der Plattform Twitter bezichtigten Albrecht, mit seinen Aussagen gegen die Neutralitätspflicht seines Amts verstoßen zu haben.

RND/dpa/sic

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