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Sarrazin und SPD: Die unendliche Geschichte ist noch nicht vorbei

  • Die SPD wirft den früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der Partei.
  • Die Entscheidung ist richtig und überfällig, kommentiert unser Korrespondent Andreas Niesmann.
  • Zu früh freuen sollten sich die Genossen aber nicht.
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Berlin. Aller guten Dinge sind drei, sagt das Sprichwort, und aus Sicht des SPD-Parteivorstandes stimmt die Phrase jetzt einmal. Im dritten Anlauf hat es geklappt, die Sozialdemokraten haben ihren Dauerstörenfried Thilo Sarrazin vor die Tür gesetzt. Der ehemalige Berliner Finanzsenator muss das rote Parteibuch zurückgeben. Er ist raus.

Endlich, könnte man sagen, denn das seit Jahren andauernde Verfahren ist für die meisten SPD-Mitglieder, Beobachter und Bürger zuletzt nur noch ermüdend gewesen. Seit nunmehr zehn Jahren versuchen die Genossen, den wegen seiner ausländerfeindlichen Thesen in Ungnade gefallenen Volkswirt loszuwerden.

2010 scheiterte der erste Anlauf des SPD-Kreisverbandes Berlin-Spandau. Beim zweiten Versuch 2011 stimmte die damalige Generalsekretärin Andrea Nahles einer gütlichen Einigung zu.

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Sarrazins Rauswurf ist Klingbeils Erfolg

Ihr Nachnachnachfolger Lars Klingbeil bewies mehr Durchhaltevermögen. Zwei Jahren lang hat der Generalsekretär den Rauswurf Sarrazins aus der SPD betrieben. Vor allen drei Instanzen der Parteigerichtsbarkeit musste Klingbeil sein Ansinnen begründen. Jedes einzelne Verfahren hat er gewonnen. Das Ende der SPD-Mitgliedschaft Sarrazins ist vor allem Lars Klingbeils Erfolg.

Doch zu früh freuen sollten die Spitzengenossen sich nicht. Denn Sarrazin steht immer noch die Überprüfung der Entscheidung durch zivile Gerichte offen. Und er ist wild entschlossen, auch dabei durch alle Instanzen zu gehen. Bis vor das Bundesverfassungsgericht will er notfalls ziehen.

Man darf getrost davon ausgehen, dass ihn dabei weniger das emotionale Zugehörigkeitsgefühl zur Sozialdemokratie als vielmehr die Sehnsucht nach Publicity antreibt. Wen interessieren noch die Ressentiments eines alten, verbitterten Mannes, wenn dieser nicht mehr in der SPD ist?

Für den Spätsommer ist Sarrazins nächstes Buch angekündigt. Es geht – Überraschung – um Migration und Grenzen. Das immerhin haben die Genossen nun erreicht: Auf dem Podium der Buchvorstellung wird dann ein Ex-SPD-Mitglied sitzen.

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