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„Wellenbrecher“: ab Montag deutliche Einschränkungen für Ungeimpfte in Sachsen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schärft die Corona-Maßnahmen nach.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schärft die Corona-Maßnahmen nach.

Am Freitagabend haben die regierende Kenia-Koalition in Sachsen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nachgeschärft. Ein Lockdown gebe es dennoch ausdrücklich nicht, berichtet die „Leipziger Volkszeitung“. Damit reagiert die Regierung auf die signifikanten Unterschiede in den Inzidenzen zwischen Ungeimpften und Geimpften. So liegen die Inzidenzen bei den Ungeimpften bei 1800, bei Geimpften lediglich bei rund 60, so Kretschmer.

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Konkret hat die Sächsische Landesregierung den Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum verboten. Weihnachtsmärkte in Sachsen wird es in diesem Jahr nicht geben. Außerdem müssen Kultur- und Freizeiteinrichtungen schließen, Bibliotheken bleiben allerdings geöffnet. Bars, Clubs und Diskotheken bleiben zu. Veranstaltungen sind generell untersagt. Gottesdienste können mit 3G-Regel abgehalten werden.

Ab dem kommenden Montag sind Ungeimpfe aufgerufen, ihre Kontakte massiv zurückzufahren. Es gilt, dass sich nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen darf. Dennoch sollen die Maßnahmen differenziert werden. Geimpfte und Genesene sind daher von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen. Ebenso Schüler unter 16 Jahren. Auch Schulen und Kitas sollen unter den neuen Regelungen geöffnet bleiben.

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„Hotspot-Regelung“ ab einer lokalen Inzidenz von 1.000

Hinzu kommt eine sogenannte „Hotspotregelung“. In Landkreisen mit Inzidenzen, die über 1.000 liegen, gilt demnach für Ungeimpfe eine Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Aktuell gibt es drei Landkreise in Sachsen, die unter den Hotspots sind.

Am Arbeitsplatz gilt die 3G-Regel, der Zugang zum Handel – abgesehen von der Grundversorgung – ist nur für Geimpfte und Genesene erlaubt. Körpernahe Dienstleistungen mit Ausnahmen von Friseuren sind untersagt. Die Regeln gelten vorerst bis zum 12. Dezember.

Nach Angaben des Sozialministeriums wurde am Freitag ein neuer Rekord bei den nachgewiesenen Neuinfektionen registriert – binnen 24 Stunden waren es 7791. Außerdem kamen weitere 26 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona hinzu. Eine korrekte Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – konnte aufgrund technischer Probleme bei der Übermittlung von Daten an das Robert Koch-Institut zunächst nicht ausgewiesen werden.

Linken hatten harten Lockdown gefordert

Die Linken forderten am Freitag härtere Maßnahmen in Form eines Lockdowns. „Die von der Staatsregierung geplanten Maßnahmen werden die vierte Welle nicht brechen und einen Kollaps der Krankenhäuser nicht verhindern“, erklärten Fraktionschef Rico Gebhardt und Gesundheitsexpertin Susanne Schaper. Das öffentliche und wirtschaftliche Leben müsse für alle nicht lebenswichtigen Bereiche für mindestens 14 Tage zum Stillstand kommen. Nach dieser Frist sollten Lockerungen für Geimpfte und Genesene erfolgen.

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Das Gesundheitsministerium verwies noch einmal darauf, dass die Kapazität der mobilen Impfteams ab 1. Dezember verdreifacht wird. Dann sollen die Teams 9000 Impfungen pro Tag an sechs Wochentagen verabreichen. Sachsen reagiert damit vor allem auf die gestiegene Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen. In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt soll es mindestens einen festen Standort der mobilen Teams als Anlaufpunkt geben. Hauptakteurinnen und -akteure der Impfkampagne bleiben aber niedergelassenen Ärztinnen, Betriebsärzte und Krankenhäuser.

Sachsen trägt bei der Impfquote deutschlandweit die rote Laterne. Nur 57,6 Prozent der Menschen im Freistaat sind doppelt geimpft. In Bremen liegt der Wert bei 79,5, im Bundesschnitt bei 67,9 Prozent.

RND/dpa

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