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  • Sachsen: Corona und Rechtsextremismus – der Wahnsinn muss endlich ein Ende finden

Corona in Sachsen: Science-Fiction des Wahnsinns

  • Im Kampf gegen Corona ereignet sich täglich Unglaubliches.
  • Dabei ragt Sachsen noch einmal heraus.
  • Hier rächt sich jetzt die Verharmlosung des Rechtsextremismus seit 1990, kommentiert Markus Decker.
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Wir befinden uns mit der Corona-Pandemie in einer Lage, die bisweilen wie ein Science-Fiction des Wahnsinns anmutet. Das gilt weniger für das Virus und seine Mutationen. Es gilt mehr für die menschlichen Reaktionen darauf.

So starben in Thüringen zuletzt 18 Bewohner eines Altenheims, von denen 14 wohl nicht hätten sterben müssen; sie waren nicht geimpft. Auch dürfen Pflegekräfte nicht mehr mit Applaus rechnen, sondern sehen sich mit Covid-Patientinnen und -Patienten konfrontiert, die noch auf der Intensivstation rebellieren, weil sie das Virus für eine Erfindung halten. Ja, vor sächsischen Krankenhäusern fanden zuletzt Demonstrationen statt. Aus dem Zug des Wahnsinns, an den wir uns nicht gewöhnen dürfen, ragt Sachsen ohnehin heraus. Dort zogen nun Corona-Leugner vor das Wohnhaus von Gesundheitsministerin Petra Köpping – mit Fackeln.

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Im Freistaat kommt alles zusammen. Die Landes-CDU, die seit 1990 die Ministerpräsidenten stellt, hat den Rechtsextremismus, der die Corona-Proteste antreibt, 30 Jahre lang verharmlost. In den Jahren 2015 folgende richteten sich die Extremistinnen und Extremisten gegen Flüchtlinge. Jetzt richten sie sich gegen den Staat und die eigenen Leute.

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Appell von FDP-Chef Lindner: „Nehmen Sie Impfangebote wahr“
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FDP-Chef Christian Lindner hat die Menschen in Deutschland aufgerufen, im Kampf gegen die Corona-Pandemie Kontakte zu reduzieren und Impfangebote wahrzunehmen.  © AFP

Innenminister Wöller betätigt sich als Zuschauer

Hinzu gesellt sich ein schwacher Innenminister namens Roland Wöller, der sich in einer Mischung aus fehlender Courage und politischer Rücksichtnahme vorrangig als Zuschauer betätigt, statt das staatliche Gewaltmonopol einzusetzen. Zu guter Letzt befehligt er eine Landespolizei, die regelmäßig selbst Anlass gibt, an ihrer demokratischen Integrität zu zweifeln.

Dabei sind die sächsischen Verhältnisse keineswegs Sache der Sachsen allein. Hier werden mit und ohne Corona stets aufs Neue negative Maßstäbe gesetzt, an denen Extremisten in der ganzen Republik ihre helle Freude haben. Das muss endlich ein Ende finden.

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