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„Nehmt den Wessis das Kommando“: Ein Plakat erregt Kritik

  • Auf einem der Wahlplakate der Linken in Sachsen-Anhalt steht: „Nehmt den Wessis das Kommando“.
  • Das sorgt für Unmut.
  • Nun mischt sich auch der Ostbeauftragte der Bundesregierung ein.
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Berlin. Die Linke in Sachsen-Anhalt hat in dieser Woche ihre Wahlplakate vorgestellt. Die Zeit drängt. Denn am 6. Juni sind die Bürger dort aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Dabei erregt eines der Plakate besonderes Aufsehen. Darauf ist ein Kind zu sehen, das einen großen Hund an der Leine führt, versehen mit der an Herbert Grönemeyer erinnernden Zeile: „Nehmt den Wessis das Kommando.“

Zwar wurde das Plakat nur bei der Präsentation gezeigt; es soll wegen der enormen Sprengkraft gar nicht aufgehängt werden. Die offenbar beabsichtigten Debatten gibt es dennoch.

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Westdeutsche Dominanz

Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern verwies im „Tagesspiegel“ darauf, dass Spitzenpositionen in der Landesregierung, vielen öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen nach wie vor mit Westdeutschen besetzt seien. „Auch diejenigen, die nach 1990 in Ostdeutschland geboren wurden, durchbrechen die gläserne Decke nicht“, sagte sie. Tatsächlich führen zahlreiche Untersuchungen seit Jahren zu demselben Ergebnis: dass Ostdeutsche in Führungspositionen unterrepräsentiert sind – und zwar sowohl gesamtdeutsch als auch in Ostdeutschland selbst.

So wurden zuletzt alle oberen Gerichte im Osten von Westdeutschen geführt – über 30 Jahre nach der deutschen Einheit. Das gleiche Bild ergibt sich bei den in Ostdeutschland ansässigen Bundesbehörden. Kürzlich musste das Bundesinnenministerium in der Antwort auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Matthias Höhn einräumen, dass dort durchweg Westdeutsche an der Spitze stehen.

Dabei herrscht zunehmend der Eindruck, dass dies nicht mehr nur mit dem Elitenwechsel in der Transformation der 1990er-Jahre zu tun hat, sondern dass westdeutsche Eliten weitere Westdeutsche nachziehen.

Gleichwohl stößt das Plakat auf Kritik, unter anderem von Westdeutschen, die seit Langem in Ostdeutschland zu Hause sind. So schrieb der im Sauerland geborene und seit Jahrzehnten in Magdeburg lebende ehemalige Staatssekretär, Bundestagsabgeordnete und SPD-Landesvorsitzende Burkhard Lischka, das sei ein „ziemlich erbärmlicher Stil“, den man sonst nur von der AfD kenne.

Wanderwitz beklagt Spaltung

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), übt ebenfalls Kritik. „Ich halte von dieser Parole nichts“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Sie wundert mich aber auch nicht. Die Linkspartei lebte ja schon immer von einer Mischung aus schlechtreden, Spaltung betreiben und jammern.“ Der Sachse fügte hinzu, wenn man von dem in Niedersachsen geborenen thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow „einmal absieht, ist die Linkspartei im freien Fall. Das ist auch gut so. Die Töne werden jetzt entsprechend schrill.“

Von Angern schrieb, das seien „zwei tolle Westgenossen“. Sie hätten das Motto „Nehmt den Wessis das Kommando“ verstanden.

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