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Militär in Zahlen

Russland, Ukraine, Nato: Streitkräfte und Atomwaffen in Zahlen

Soldaten marschieren am 24. Juni auf den Roten Platz während der Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland. Die Parade war aufgrund der Corona-Pandemie vom 9. Mai auf Mitte Juni verschoben worden.

Soldaten auf dem Roten Platz während der Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland im Sommer 2021.

Das russische Militär stellt die ukrainischen Streitkräfte in allen messbaren Größen in den Schatten. Nach Angaben der auf militärische Vergleiche spezialisierten Website Global Firepower verfügt Russland über 850.000 aktive Soldaten im Vergleich zu 200.000 Kräften auf ukrainischer Seite. Die Bevölkerung Russlands ist mit 144 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als dreimal so groß wie die ukrainische – und damit auch das Potenzial zur Rekrutierung von Soldaten.

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Russland in allen Belangen überlegen

Das Ungleichgewicht zeigt sich auch beim militärischen Gerät. Russland verfügt über 12.500 Panzer gegenüber 2.600 Panzern auf ukrainischer Seite. In der Luft kann Russland mehr als 4000 Kampfjets und Helikopter einsetzen, die Ukraine nur etwa 300. Auch wenn sich die Kriegsparteien wahrscheinlich nicht auf dem Wasser gegenübertreten werden, ist auch hier Russland überlegen: etwa 600 Kriegsschiffe und U-Boote sowie ein Flugzeugträger gegenüber 38 Kriegsschiffen der Ukrainer.

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Das größte Ungleichgewicht zeigt sich jedoch im Vergleich der Atomwaffen. Russland verfügt mit 6.255 nuklearen Sprengköpfen über das weltweit größte Arsenal. Die Ukraine dagegen ist ein atomwaffenfreies Land, seit die letzte Bombe aus der Sowjetzeit 1996 abgegeben wurde.

Die Ausrüstung der Streitkräfte ist ein Spiegelbild der finanziellen Ausstattung. Zwar hat die Ukraine die Militärausgaben seit der russischen Annexion der Halbinsel Krim im Jahr 2014 verdoppelt, wie Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri zeigen. Doch das ukrainische Verteidigungsbudget betrug 2020 mit knapp 6 Milliarden US-Dollar dennoch nur ein Zehntel des russischen Etats von rund 62 Milliarden US-Dollar.

Russlands Armee viertteuerste der Welt

Damit ist Russland das Land mit den viertgrößten Militärausgaben weltweit. Nur Indien, China und die USA geben mehr für die Streitkräfte aus. Eine Nation sticht heraus: Mit 778 Milliarden Euro investieren die Vereinigten Staaten so viel wie die zwölf folgenden Nationen zusammen.

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Das Potenzial der Nato-Streitkräfte ist dementsprechend deutlich größer als das Russlands. Die Zahl der aktiven Soldaten beträgt laut Global Firepower 5,4 Millionen, etwa das Sechsfache des russischen Personals. In der Luft und zu Wasser verfügt das westliche Verteidigungsbündnis über ein Vielfaches des russischen Geräts. Im Hinblick auf die atomaren Sprengköpfe ist das Verhältnis jedoch ausgeglichen.

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Welche Länder besitzen Atombomben?

Weltweit verfügen neun Staaten über Atombomben: Neben den USA und Russland sind das Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Zusammen hatten diese Länder laut Sipri im Jahr 2021 mehr als 13.000 nukleare Sprengköpfe in ihrem Arsenal. Rund 90 Prozent der Atomwaffen weltweit entfallen auf Russland und die USA. Die weiteren Nato-Atommächte neben den USA, Frankreich, mit 290 nuklearen Sprengköpfen, und Großbritannien, mit 225 nuklearen Sprengköpfen, liegen weit darunter.

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat gewarnt, dass jegliche Einmischung in den Krieg gegen die Ukraine Konsequenzen nach sich ziehen würde, „die ihr in eurer Geschichte noch nie erlebt habt“. Dadurch müsse man annehmen, dass nukleare Waffen zumindest in der Theorie ein Teil der Kriegsplanung sind, sagte die Direktorin des Zentrums für internationale Sicherheit an der Hertie School, Marina Henke, im RND-Interview. Am plausibelsten sei der Einsatz von taktischen Nuklearwaffen als Signal an die Nato und den Westen. Neben den großen Nuklearwaffen verfügen die USA und Russland auch über sogenannte taktische Atomwaffen mit relativ kurzen Reichweiten, die keine ganzen Länder zerstören, sondern wie nach einem Reaktorunfall „nur“ einzelne Regionen atomar verseuchen.

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Fachleute rechnen nicht mit Atomkrieg

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hatte nach Putins Rede mitgeteilt, dass es nicht damit rechne, dass der Ukraine-Krieg zum Einsatz von nuklearen Waffen führen wird. „Ich glaube nicht, dass ein Atomkrieg eine wahrscheinliche Folge dieser Krise ist“, sagte Sipri-Direktor Dan Smith der Deutschen Presse-Agentur in Skandinavien. „Wenn Atomwaffen existieren, dann gibt es aber leider natürlich immer diese kleine Möglichkeit. Und das wäre katastrophal.“

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