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USA, Schweiz oder die EU?

Meiste Sanktionen weltweit gegen Russland: Welches Land greift am härtesten gegen Putin durch?

Der russische Präsident Wladimir Putin kommt an die eingefrorenen Devisen im Ausland nicht heran.

Der russische Präsident Wladimir Putin kommt an die eingefrorenen Devisen im Ausland nicht heran.

Russland ist das am meisten sanktionierte Land der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt das Compliance-Unternehmen Castellum. Laut der Analyse haben Staaten weltweit mehr Sanktionen gegen Russland verhängt, als gegen den Iran, Venezuela, Myanmar und Kuba zusammen.

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In der vergangenen Woche seien mehr als 2700 Wirtschaftssanktionen gegen russische Unternehmen und Einzelpersonen in Kraft getreten. Unter anderem wurden zahlreiche Bankkonten russischer Politikerinnen und Politiker sowie von Oligarchen eingefroren und Einreiseverbote erteilt.

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Die Gesamtzahl der Sanktionen gegen Russland beläuft sich inzwischen auf mehr als 5530. Neun von zehn Sanktionen richten sich gegen Einzelpersonen in Russland. Ungewöhnlich sei laut Fachleuten, dass die meisten Sanktionen in einer sehr kurzen Zeitspanne verhängt wurden.

Zum Vergleich: Bisher war der Iran das Land mit den meisten Sanktionen und diese hatten sich über einen Zeitraum von zehn Jahren angehäuft. Etwa 3600 Sanktionen hatten Staaten gegen den Iran verhängt, vor allem wegen seines Atomprogramms und Unterstützung des Terrorismus.

Der Ökonom Artem Kochnev vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleich gab aber angesichts der hohen Zahl an Sanktionen zu bedenken: „Man muss berücksichtigen, dass es sich zum Teil um die gleichen Sanktionen handelt, die von unterschiedlichen Staaten verhängt wurden“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Die meisten Sanktionen haben die USA gegen Russland verhangen (1194). Dann folgen Kanada (908) und die Schweiz (824) vor der Europäischen Union (744). „Die reine Anzahl an Sanktionen sagt noch nichts über ihre Wirksamkeit aus“, betonte aber Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln gegenüber dem RND.

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Der Wirtschaftsexperte bestätigte allerdings, dass die USA nicht nur die meisten, sondern auch in Summe die schwerwiegendsten Sanktionen eingeleitet hätten. „Die USA haben Russland alle Geschäfte in den USA und weitgehend den Zugang zum US-Finanzmarkt verboten, das ist ein scharfes Schwert.“ Die Sanktionen der USA, darunter das Einfrieren der über Jahre angehäuften Devisen des russischen Staates, treffen die russische Wirtschaft seiner Einschätzung nach massiv. „Für Russland ist es nahezu unmöglich geworden, das Gros seiner Devisenreserven einzusetzen. Damit ist es sehr viel schwerer, den abstürzenden Rubel zu stützen“, so der Wirtschaftsexperte.

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Ökonom Kochnev gab zu bedenken, dass viele der Sanktionen kaum eine Auswirkung hätten. „Sie schränken einzelne Personen ein, aber werden die Strategie Russlands nicht ändern.“ Die stärkste Sanktion sei die Einschränkung das Handelsverbot westlicher Zentralbanken mit der russischen Zentralbank. Damit habe der Kreml nicht gerechnet. „Im Vergleich dazu war sogar der Ausschluss einiger Banken Russlands aus dem Swift-Bankensystem nicht besonders gravierend.“

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Sanktionen zu Beginn seines Angriffs auf die Ukraine als unwirksam abgetan. Sein Land sei gut auf die Maßnahmen des Westens vorbereitet, erklärte er der russischen Bevölkerung. Am Wochenende änderte sich die Tonlage: „Die Sanktionen kommen einer Kriegserklärung gleich“, erklärte Putin in einer im Fernsehen übertragenen Rede.

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