Russland stellt Arbeit seiner Nato-Vertretung ein

  • Die Nato hat kürzlich acht russische Vertretern von der Militärallianz ausgeschlossen.
  • Darauf reagiert die Regierung in Moskau nun mit dem Aussetzen der Arbeit in der Nato-Vertretung.
  • Künftige Kontakte sollen über eine Botschaft abgewickelt werden.
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Moskau. Russland setzt die Arbeit seiner Vertretung bei der Nato aus. Außenminister Sergej Lawrow erklärte am Montag in Moskau, damit reagiere das Land auf den Ausschluss von acht russischen Vertretern bei der Militärallianz in Brüssel. Auch die Verbindungs- und Informationsbüros der Nato in Moskau würden geschlossen. Dies gelte wahrscheinlich ab dem 1. November.

„Als Ergebnis der bewussten Schritte der NATO haben wir praktisch keine Grundlage für elementare diplomatische Arbeit“, sagte Lawrow. Kontakte zwischen der westlichen Allianz und Moskau könnten über die russische Botschaft in Belgien abgewickelt werden, fügte er hinzu.

Russische Vertreter laut Nato beim Geheimdienst

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Die Nato warf den acht Mitgliedern der russischen Vertretung in der vergangenen Woche vor, für den russischen Geheimdienst zu arbeiten. Sie entzog den Betroffenen die Akkreditierung und reduzierte die Anzahl der Positionen, für die Russland Personen bei der Organisation akkreditieren kann, von 20 auf zehn. Die russische Vertretung sitzt nicht im Nato-Hauptquartier, sondern in einem Stadtteil im Süden der belgischen Hauptstadt Brüssel.

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Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Jahr 2014 stellte die Nato die praktische Zusammenarbeit mit Russland ein, hielt aber Kanäle für Treffen auf hoher Ebene und für die militärische Zusammenarbeit offen. Der Nato-Russland-Rat, ihr bevorzugtes Forum, ist seither jedoch nur sporadisch zusammengetreten. Konflikte zwischen beiden Seiten gab es auch wegen der Entwicklung von Atomraketen in Russland, der Verletzung des Nato-Luftraums und des Überfliegens verbündeter Schiffe durch russische Kampfflugzeuge.

Maas: Entscheidung wird Eiszeit verlängern

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Bundesaußenminister Heiko Maas übte scharfe Kritik am russischen Beschluss zum Abbruch von Verbindungskanälen zur Nato. „Diese Entscheidung, die in Moskau getroffen worden ist, die wird die schwierige Situation, in der wir uns befinden, die Eiszeit, die schon länger andauert, weiter verlängern“, sagte der SPD-Politiker am Montag am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Brüssel.

Gerade bei der Nato, wo es um Militär- und Sicherheitsfragen gehe, sei das alles andere als hilfreich. „Das wird das Verhältnis weiter ernsthaft belasten“, sagte Maas.

Maas nannte die jüngsten Entwicklungen „mehr als bedauerlich“. „Deutschland hat sich innerhalb der Nato in den letzten Jahren immer wieder dafür eingesetzt, dass es einen Dialog mit Russland gibt“, sagte er. Nun müsse man einmal mehr zur Kenntnis nehmen, dass Russland anscheinend nicht mehr bereit zum Dialog sei.

RND/AP

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