Protest in Russland nach Verurteilung von populärem Ex-Gouverneur
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Sergej Furgal, ehemaliger Gouverneur der Region Chabarowsk an der Grenze zu China, steht in einer Zelle bei einer Gerichtsverhandlung im Moskauer Landgericht.
© Quelle: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
Chabarowsk. Im äußersten Osten Russlands haben Menschen gegen die kürzliche Verurteilung eines populären Ex-Gouverneurs zu 22 Jahren Straflager protestiert. Rund 70 Demonstranten versammelten sich am Sonntag in der Stadt Chabarowsk und forderten die Freilassung von Sergej Furgal, wie unabhängige russische Medien berichteten.
Offiziell wird dem 53 Jahre alten Furgal eine Beteiligung an Auftragsmorden Anfang der 2000er Jahre vorgeworfen. Kritiker halten diese Beschuldigung allerdings für konstruiert. Der Politiker selbst, gegen den am vergangenen Freitag in Moskau das Urteil gefällt wurde, weist jede Schuld von sich.
Furgal gehört der rechts-nationalistischen und eigentlich kremltreuen Partei LDPR an. Im Jahr 2018 gewann er die Wahl zum Gouverneur gegen den Kandidaten der Kremlpartei Geeintes Russland – und zog damit in den Augen vieler den Ärger des Machtzentrums im gut 6000 Kilometer entfernten Moskau auf sich. Als Furgal im Zuge der Ermittlungen gegen ihn 2020 abgesetzt wurde, kam es in Chabarowsk monatelang zu den größten Massenprotesten seit Jahrzehnten.
Über mögliche Festnahmen bei der jüngsten Kundgebung war zunächst nichts bekannt. Größere Proteste sind in Russland insbesondere seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine vor rund einem Jahr sehr selten geworden. In der Regel geht der Staatsapparat äußerst vehement gegen kritische Stimmen vor.
RND/dpa