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Nawalnys Anti-Korruptions-Team nimmt Russlands Parlamentschef ins Visier

  • Am 19. September wird in Russland die Duma, das Parlament, neu gewählt.
  • Im Vorfeld der Wahl hat das Team des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny Vorwürfe gegen Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin erhoben.
  • Auf Kosten der Steuerzahler soll er unter anderem mehrfach Reisen im Jet der Präsidialverwaltung unternommen haben.
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Moskau. Russische Anti-Korruptions-Kämpfer aus dem Team des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny haben vor der Duma-Wahl in einem Video schwere Vorwürfe gegen Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin erhoben.

Vor der Abstimmung am 19. September sieht sich der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin etwa der Kritik ausgesetzt, er habe mit einem Falcon-Jet der Präsidialverwaltung Dutzende Reisen in seinen 700 Kilometer von Moskau entfernten Wahlkreis Saratow absolviert. Das Enthüllungsteam beklagt einen Missbrauch von Steuergeldern. Von Wolodin oder dem Kreml gab es am Freitag keine Reaktion auf das Video.

Nawalnys Mitarbeiter Marija Pewtschich und Georgi Alburow rechneten anhand von Unterlagen vor, dass durch den Missbrauch von Steuergeldern innerhalb eines Jahres 75 Millionen Rubel (860.000 Euro) an Kosten entstanden seien. Zudem werde bei Medienauftritten Wolodins immer wieder erklärt, der Politiker sei Sponsor bei sozialen Projekten wie Kindergärten, obwohl das Geld für die Bauten von Staatskonzernen komme.

Zugleich werden Wolodin in dem Video zahlreiche große Grundstücke und andere Reichtümer zugeschrieben, die im Widerspruch zu seiner öffentlichen Steuererklärung stünden. Der Film „Wolodin. Der in Putin verliebte Milliardär“ hatte am Freitag bei Youtube rund 1,6 Millionen Aufrufe. Bekannt ist Wolodin etwa für den Satz: „Wenn es Putin nicht gäbe, dann gäbe es das heutige Russland nicht.“ Der 57-jährige gilt als „grauer Kardinal“ Putins.

Nawalnys Team hat in den vergangenen Jahren immer wieder hohen Staatsfunktionären Korruption, Bereicherung und Amtsmissbrauch anhand von Dokumenten vorgeworfen. Das von Wolodin geführte Parlament erschwerte zuletzt den Zugang zu solchen Unterlagen. Der Machtapparat geht immer wieder gegen jene vor, die solche Vorwürfe enthüllen. Dagegen bleiben die Berichte für die Beschuldigten meist folgenlos.

RND/dpa

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