Nach Festnahmen: Nawalny-Verbündete rufen erneut zu Protesten auf

  • Bei den Protesten von Nawalny-Unterstützern in Russland kam es am vergangenen Wochenende zu zahlreichen Festnahmen.
  • Verbündete des Oppositionellen rufen nun zu neuen Protesten auf.
  • Am Sonntag solle in „allen russischen Städten“ für Nawalnys Freilassung demonstriert werden.
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Moskau. Verbündete des inhaftierten russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny haben zu neuen Protesten am kommenden Wochenende aufgerufen. Der Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow forderte bei Twitter am Montag Demonstrationen am 31. Januar in „allen russischen Städten“, um die Freilassung des Inhaftierten zu erreichen.

An Massenkundgebungen am Samstag in mehr als 100 Städten hatten Zehntausende Menschen teilgenommen. Dabei wurden nach Angaben der Menschenrechtsgruppe OVD-Info mehr als 3700 Menschen festgenommen. Das sei ein Rekord während ihrer neunjährigen Tätigkeit, teilte OVD-Info mit. Russischen Medienberichten zufolge wurden mehr als 1400 Personen allein in Moskau in Gewahrsam genommen, das sei ein Rekord.

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Tausende Festnahmen bei Nawalny-Demos in Russland
1:14 min
Der 44-jährige Regierungskritiker Nawalny sitzt in 30-tägiger Haft, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll.  © Reuters
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Der Anti-Korruptions-Aktivist Nawalny war am 17. Januar nach seiner Rückkehr aus Deutschland nach Russland festgenommen worden. Er hatte sich in Deutschland von seiner Vergiftung mit einem Nervengift erholt, für die er die russische Regierung verantwortlich macht. Der Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin wurde zu 30 Tagen Haft verurteilt. Die Behörden werfen ihm vor, gegen Auflagen einer Bewährungsstrafe verstoßen zu haben.

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Die russischen Behörden haben nach den Protesten mehr als ein Dutzend Ermittlungen wegen Vorwürfen der Anstiftung zu Unruhe, Beteiligung von Minderjährigen an illegaler Aktivität, Gewalt gegen Polizei, Blockade von Straßen, Hooligan-Aktivität und Beschädigung von Eigentum eingeleitet. Die Verhaftung von Nawalny und die Festnahme von Demonstranten wurde international mit Ärger aufgenommen. Steffen Seibert, der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, forderte die sofortige Freilassung der Betroffenen.

Putin sagte am Montag auf eine Frage zu den Protesten, „alle Menschen haben das Recht, ihre Meinung innerhalb Grenzen, umrissen vom Gesetz, zum Ausdruck zu bringen“.

RND/AP

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