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Nach RND-Interview: Russland kontert Attacke des polnischen Botschafters

  • Die russische Botschaft in Berlin weist Aussagen des Diplomaten Andrzej Przylebski scharf zurück.
  • Er hatte im RND-Interview einen Baustopp für die Ostseepipeline Nord Stream 2 gefordert.
  • Zudem hatte er gesagt, Polen fühle sich bedroht, und man müsse Russland schwächen.
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Berlin. Mit scharfen Worten hat die russische Botschaft in Berlin Aussagen des polnischen Botschafters in Deutschland, Andrzej Przylebski, in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zurückgewiesen. „Diese aggressive Rhetorik und die ausdrücklich feindselige Tonalität des Diplomaten sind enttäuschend und befremdlich“, schreibt die Botschaft in einer an das RND gerichteten Stellungnahme.

„Aggressive Rhetorik“

Przylebski hatte sich in dem Interview gegen die Ostsee­pipeline Nord Stream 2 ausgesprochen und sinngemäß gesagt, Europa solle Russland durch den Abkauf seines Erdgases nicht noch mehr Geld in die Rüstungskasse spülen. Russland verfüge schon jetzt über modernste Militärtechnologien und dürfe nicht weiter gestärkt, sondern müsse geschwächt werden. Polen fühle sich bedroht und sei notfalls auch bereit zu kämpfen.

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Andrzej Przylebski, Polens Botschafter in Berlin, während der Interviews mit dem RDN. © Quelle: Dariusz Pawlos/Polnische Botschaft

Die russische Botschaft schreibt, sie möchte in diesem Zusammenhang festhalten, dass Russland nicht vorhat, jemanden anzugreifen. „Die Militärausgaben der Russischen Föderation werden in einem Ausmaß bestimmt, das für eine sichere Verteidigung des Landes notwendig und ausreichend ist.“ Im Übrigen seien die Militärausgaben der Nato 24-mal so hoch wie die Russlands. Und es sei nicht Russland, sondern es seien die Nato-Mitglieder, die ihre „Angriffstruppen immer weiter nach Osten verlegen“.

Zu dem geforderten Baustopp für Nord Stream 2 heißt es in der Stellungnahme, dass die Liefermengen russischen Erdgases vor allem vom Bedarf der EU-Staaten abhängig sind. Die Torpedierung des Projekts werde nicht zur Senkung russischer Gasverkäufe führen, sondern die Energieströme über alternative Routen umleiten. Darin bestehe offenbar Polens tatsächliches Ziel.

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Russland will fairen Wettbewerb

Abschließend heißt es, bei Nord Stream 2 handele es sich um eine internationale Initiative, an der mehr als 100 europäische Unternehmen beteiligt sind. Das Projekt habe alle notwendigen Genehmigungen erhalten und werde in vollem Einklang mit europäischen Gesetzen umgesetzt. „Russland tritt für einen fairen Wettbewerb und gegen eine Politisierung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen ein.“

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