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Russischer Geheimdienst nimmt estnischen Konsul Mart Lätte fest

  • Russlands Geheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben den Konsul von Estland festgenommen.
  • Er soll von einem russischen Staatsbürger Material erhalten haben, das als Verschlusssache eingestuft ist.
  • Worum es sich bei den geheimen Unterlagen handelt, ist nicht bekannt.
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St. Petersburg. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax den Konsul des baltischen EU-Landes Estland in St. Petersburg festgenommen. Er sei gefasst worden, als er von einem russischen Staatsbürger als Verschlusssache eingestuftes Material erhalten habe, teilte der FSB am Dienstag der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit. Zur Art der geheimen Unterlagen gab es keine Angaben.

Estland bestätigt Festnahme und weist Anschuldigungen zurück

Diese Tätigkeit des Konsuls sei nicht vereinbar mit seinem diplomatischen Status gewesen und habe „einen offenkundig feindlichen Charakter gegenüber der Russischen Föderation“, hieß es. Der FSB ist auch zuständig für die Spionageabwehr im Inland und bestätigte die Festnahme in einer eigenen Mitteilung. Insgesamt sind sechs Konsuln im estnischen Generalkonsulat in St. Petersburg tätig, einer von ihnen ist der festgenommene Mart Lätte.

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Eine Sprecherin des estnischen Außenministeriums bestätigte die Festnahme. Lätte soll nach Abschluss einer Arbeitssitzung an der Universität St. Petersburg vom FSB für eineinhalb Stunden festgehalten worden sein. Anschuldigungen gegen den Konsul seien fabriziert und völlig unbegründet, sagte sie dem estnischen Rundfunk. Der Vorfall sei ein weiteres Beispiel dafür, dass Russland kein Interesse an konstruktiven Beziehungen zu seinen Nachbarn habe.

Nach internationalem Recht genießen Diplomaten in dem Land, in dem sie arbeiten, Immunität. Dieser Diplomatenstatus kann ihnen jedoch bei Gesetzesverstößen oder feindlichen Aktivitäten entzogen werden. Nach dem „Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen“ kann ein Staat jederzeit einen Diplomaten zur sogenannten „Persona non grata“ erklären und ausweisen.

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Im April hatte der russische Geheimdienst bereits den ukrainischen Diplomaten Alexander Sosonyuk in St. Petersburg festgenommen und ihm vorgeworfen, sensible Informationen von einem russischen Staatsbürger erhalten zu haben.

Krise zwischen Russland und dem Westen spitzt sich weiter zu

Russland und westliche Länder sind seit Anfang des Jahres in eine Reihe diplomatischer Streitigkeiten verwickelt, bei denen es um die Ausweisung von Diplomaten ging. Die baltischen Staaten sowie Italien, Deutschland, Bulgarien, Rumänien und andere Länder haben wechselseitig mehrere Diplomaten aus Russland ausgewiesen.

RND/dpa/scs

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