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„Boykott hat in der Vergangenheit herzlich wenig erreicht“

Historikerin Daston fordert Austausch mit russischen Wissenschaftlern

Die US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin und emeritierte Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, Lorraine Daston (Archivbild)

Die US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin und emeritierte Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, Lorraine Daston (Archivbild)

Düsseldorf. Die Wissenschaftshistorikerin Lorraine Daston hält einen Abbruch der Beziehungen zu russischen Wissenschaftlern wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine für falsch. „Der Boykott von Wissenschaft hat in der Vergangenheit herzlich wenig erreicht“, sagte Daston der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann nicht Ziel eines solchen Boykotts sein, der Wissenschaft an sich zu schaden.“ Die in Berlin lebende Daston (71) wird am Montag in Düsseldorf mit dem renommierten Gerda Henkel Preis 2020 ausgezeichnet.

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„Ich bin der Meinung, dass es wirklich Sinn hat, gerade jetzt die Kontakte mit russischen Wissenschaftlern zu pflegen - vielleicht nicht mit sehr viel Fanfaren, aber stetig und bestimmt“, sagte Daston. „Zur Einheit der Wissenschaft gehören auch die russischen Wissenschaftler, nicht nur aus idealistischen, sondern auch aus historischen Gründen.“

Wissenschaftliche Institutionen und Hochschulen in Deutschland hatten aus Protest gegen den Ukraine-Krieg den wissenschaftlichen Austausch mit Russland auf Eis gelegt.

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Daston: Viele russische Wissenschaftler kritisieren Krieg in der Ukraine

Daston verwies darauf, dass mehrere hundert russische Wissenschaftler öffentlich Stellung gegen den Ukraine-Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin Stellung bezogen hätten - „mit allen Risiken, die damit verbunden sind“.

Die Professorin mit US-amerikanischer und deutscher Staatsbürgerschaft war bis 2019 viele Jahre Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

RND/dpa

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