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Massenflucht vor Kriegseinsatz

Flucht vor Mobilmachung: Russland will offenbar Grenzen für Reservisten dicht machen

Kilometerlange Schlange an der Grenze zu Georgien.

Kilometerlange Schlange an der Grenze zu Georgien.

Nach der angekündigten Mobilmachung von 300.000 Reservisten in Russland versuchen viele Russen, das Land zu verlassen. An der Grenze zu Georgien gab es am Samstag lange Staus, Flüge sind über Wochen ausgebucht und die Website der Staatsbahn brach unter dem Ansturm immer wieder zusammen. Nun will der Kreml offenbar die Massenflucht stoppen.

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Wie das regierungskritische Exilnachrichtenportal „Meduza“ berichtet, sollen die Grenzen für Männer im Mobilisierungsalter ab Mittwoch geschlossen werden. Als Quelle nannte „Meduza“ zwei Personen, die der russischen Präsidialverwaltung nahestehen. Es könnte jedoch „Ausreisevisa“ geben. Moskau äußerte sich zunächst nicht.

„Protestiert! Kämpft! Lauft weg!“: Selenskyj ruft Russen zum Protest gegen Mobilmachung auf

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Laut dem Gesetz zur Mobilmachung müssen sich bereits jetzt alle Reservisten an ihrem Wohnort aufhalten. „Bürgern, die (als Reservisten) im Militärregister erfasst sind, ist ab dem Moment der Mobilisierung das Verlassen des Wohnorts ohne Genehmigung der Militärkommissariate und der für Reserven zuständigen Exekutivorgane verboten“, heißt es in dem seit Mittwoch wieder aktuellen Gesetz „Über die Mobilmachung in Russland“.

Laut dem Leiter des Verteidigungsausschusses in der Duma, Andrej Kartapolow, betrifft die bisherige Einschränkung der Reisefreiheit vor allem Auslandsurlaube. „Sie können weiter ruhig auf Dienstreise nach Krasnodar oder Omsk fahren, aber ich würde Ihnen nicht raten, in türkische Kurorte zu fahren – erholen Sie sich lieber in den Badeorten der Krim und des Gebiets Krasnodar“, sagte der Abgeordnete am Mittwoch. Flugbuchungen etwa in die Türkei waren am Mittwoch auf einschlägigen Portalen im Internet nicht mehr möglich.

Von den Mobilmachungsplänen des Kremls sind offiziell 300.000 Reservisten bis 55 Jahre betroffen. Es könnten laut „Meduza“ aber sogar 1,2 Millionen Menschen sein. Zuvor hatte bereits das Internetportal der in Russland inzwischen eingestellten Zeitung „Nowaja Gaseta“ berichtet, Putin gebe dem Verteidigungsministerium freie Hand zur Mobilisierung von bis zu einer Million Mann. Dies stehe in Punkt sieben von Putins Erlass vom Mittwoch. Dieser Punkt fehlte in der Veröffentlichung und war als „Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft. Der Kreml dementierte den Bericht und sprach von einer Lüge.

RND/dpa/scs

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