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Russische Aufklärungsdrohne in der Ukraine entdeckt

Die abgestürzte Drohne vom russischen Typ „Zala Aero“. Sie wurde 180 Kilometer von der russischen Grenze entfernt gefunden, hat aber nur eine Reichweite von 30 Kilometern.

Berlin. Trotz der im Sommer 2020 ausgehandelten Waffenruhe für das Konfliktgebiet Ostukraine registriert die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seit November wieder eine Häufung von Verstößen. Zwar liege die Zahl der Vorfälle „deutlich unter“ dem Durchschnitt vor Inkrafttreten der Vereinbarung, teilte die OSZE-Unterhändlerin Heidi Grau mit. Der Dialog zwischen den Konfliktparteien werde aber durch gegenseitige Vorwürfe von Angriffsvorbereitungen weiter erschwert, beklagte Grau.

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Weiterhin Tote und Verletzte

Die geltende Waffenruhe zwischen der ukrainischen Armee und den von Russland unterstützten Separatisten in den selbst ernannten Republiken Donezk und Luhansk war Ende Juli 2020 in Kraft getreten. Dennoch wurden seit Jahresbeginn aufseiten der Ukraine mindestens 14 Soldaten getötet und mehr als 40 verletzt. Bei den Separatisten wurden mindestens 16 tote Kämpfer gezählt. Zivilisten seien in dem Konfliktgebiet besonders gefährdet, mahnt die OSZE.

Die Drohne trägt ein Schild mit dem kyrillischen Schriftzug FSB RF. Die ukrainischen Ermittler deuten das als Hinweis auf den Inlandsgeheimdienst FSB und die Russische Föderation.

Die Drohne trägt ein Schild mit dem kyrillischen Schriftzug FSB RF. Die ukrainischen Ermittler deuten das als Hinweis auf den Inlandsgeheimdienst FSB und die Russische Föderation.

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Das Abkommen sieht unter anderem vor vor, dass schwere Waffen nicht mehr in Ortschaften abgestellt werden dürfen und dass auch Drohnen verboten sind. Dennoch gibt es immer wieder Verstöße. So ermittelt aktuell die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wegen einer in Russland hergestellten Aufklärungsdrohne vom Typ „Zala Aero“, die ukrainische Soldaten auf ukrainischem Gebiet in der Region Donezk gefunden haben. Die ukrainischen Ermittler gehen davon aus, dass „illegale bewaffnete Gruppen der russischen Streitkräfte“ mit dieser Drohne Informationen über die ukrainische Armee ausspioniert haben.

Kamera Made by Canon

Die Drohne hat eine Reichweite von 30 Kilometern, wurde aber circa 180 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt aufgefunden und ist mit dem Schriftzug „FSB“ des russischen Inlandsgeheimdienstes gekennzeichnet. Eine im Flugkörper befindliche Kamera trägt die Aufschrift des japanischen Herstellers Canon. Die Generalstaatsanwaltschaft wertet den Fund der Drohne als einen „weiteren Beweis für die Beteiligung Russlands am bewaffneten Konflikt im Donbass und in der Region Donezk“.

Zudem gibt es in ukrainischen Medien Berichte über russische Militärpräsenz in den Separatistengebieten. Auf Internetplattformen kursieren Fotos, die als Quelle die OSZE nennen und schwere Militärtechnik russischer Bauart zeigen. Es ist von „brandneuen russischen Waffensystemen“ und „modernen Boden-Luft-Abwehrraketensystemen“ die Rede.

Dutzende Tote bei Absturz von Militärflugzeug in der Ukraine

Beim Absturz eines Militärflugzeugs im Nordosten der Ukraine sind im September 2020 Dutzende Menschen ums Leben gekommen.

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Friedensplan stockt

Seit April 2014 werden Teile der Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze von Aufständischen kontrolliert, die eine Abspaltung von der Ukraine und die internationale Anerkennung der selbsternannten „Volksrepubliken“ durchsetzen wollen. Sie wurden von Anfang an massiv von Russland unterstützt, unter anderem mit Waffen und auch personell.

Der ukrainischen Armee stehen Angaben internationaler Beobachter etwa 35.000 bewaffnete Separatisten gegenüber, unter ihnen etwa 2000 russische Offiziere. UN-Schätzungen zufolge sind in dem Konflikt bisher mehr als 13.000 Menschen getötet worden. Etwa die Hälfte der ehemals rund sechs Millionen Einwohner im Separatistengebiet soll die Region bereits verlassen haben.

Die Umsetzung eines 2015 vereinbarten Friedensplans stockt. Gegenstand laufender Diskussionen sind unter anderem ein neuer Gefangenenaustausch und die Öffnung weiterer Übergangspunkte zwischen der Ukraine und dem Gebiet der Separatisten.

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