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Rufmordkampagne gegen Baerbock? Das ist „Plagiatsjäger“ Stefan Weber

  • Der „Plagiatsjäger“ Stefan Weber wirft Annalena Baerbock vor, in ihrem jüngst erschienenen Buch „Jetzt“ plagiiert zu haben.
  • Die Partei sieht darin eine Rufmordkampagne gegen die Kanzlerkandidatin.
  • Wer ist der Österreicher, der sich schon seit Wochen „in das Thema Baerbock verbissen“ hat?
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Berlin. Wenn Stefan Weber Politikerinnen und Politikern Plagiate vorwirft, dann geht es meist um wissenschaftliche Arbeiten, nicht um populärwissenschaftliche Bücher in Wahlkampfzeiten. Seit Mitte der 2000er-Jahre, als ein Doktorand in Tübingen große Teile seiner eigenen Dissertation plagiiert hatte, ist Weber mehr oder weniger prominenten Abschreibern auf der Spur.

Er verdient damit Geld: Man kann ihn – auch anonym über einen zwischengeschalteten Anwalt – beauftragen, in wissenschaftlichen Publikationen nach Zitierfehlern und Plagiaten zu suchen. Manche Dissertation nimmt der Salzburger sich aber auch ohne bezahlten Auftrag aus eigenem Interesse vor.

Eine Reihe von Politikerinnen und Politikern vor allem in Österreich verloren in den vergangenen Jahren nach einer Überprüfung und öffentlichen Anschuldigung Webers bereits ihre akademischen Titel. Erst im Januar trat die österreichische Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) nach einem Plagiatsvorwurf Webers von ihrem Amt zurück.

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Plagiatsjäger erhebt Vorwürfe gegen Baerbock
1:00 min
Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock hat erneut Ärger. Ein Medienwissenschaftler aus Österreich wirft ihr vor, in ihrem Buch gebe es Plagiate.  © dpa

Kopierte Passagen

Nun wirft der Österreicher Annalena Baerbock vor, einzelne Sätze und Textpassagen in ihrem Buch unter anderem aus einem Presseartikel, der Wikipedia oder von der Bundeszentrale für politische Bildung abgeschrieben zu haben, ohne das kenntlich zu machen.

Es handelt sich dabei vor allem um Sachinformationen, die übernommen wurden. Mehr Copy-and-paste-Schludrigkeit als eine täuschende Übernahme origineller Gedanken.

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Warum befasst der Medienwissenschaftler, der sich auf die Überprüfung wissenschaftlicher Werke spezialisiert hat, sich nun ausgerechnet mit dem populärwissenschaftlichen Buch der grünen Kanzlerkandidatin?

„Ich habe mich in das Thema Baerbock verbissen, weil da einiges zusammenkommt“, sagte Weber der Deutschen Presseagentur. Um eine bezahlte Auftragsarbeit handle es sich dabei nicht.

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Zahlreiche Blogeinträge und Tweets über Baerbock

Seit dem 12. Mai veröffentlichte Weber acht Texte auf seinem Blog, alle befassen sich mit Annalena Baerbock. Zusammen mit anderen Bloggern wie dem neu-rechten Informatiker und Autor Hadmut Danisch wies Weber etwa auf Ungereimtheiten in Baerbocks Lebenslauf hin.

In der Folge stürzte sich Weber in seinen Artikeln auch auf Spitzfindigkeiten, kritisierte etwa, dass die Kanzlerkandidatin in einem Tweet geschrieben hatte, Menschen würden CO₂ „verbrauchen“. Eine Wortklauberei, weil CO₂ ausgestoßen, nicht „verbraucht“ wird.

Im selben Blogeintrag schrieb Weber, statt des zu diesem Zeitpunkt noch unveröffentlichten Buchs der Grünen-Politikerin solle es eher ein „Schwarzbuch Baerbock“ geben, dessen Thema „ihre unzähligen Fehler und Verfehlungen“ sein sollten „und warum es so jemand an die Spitze einer Partei schafft und womöglich an die Spitze eines Staates schaffen wird.“

Auch in zahlreichen Tweets kritisierte Weber Baerbock oder teilte kritische Artikel über die Angaben der Kanzlerkandidatin in ihrem Lebenslauf. Und auch eine kurzzeitige Bundestagskandidatin der Grünen im Saarland, die nach öffentlicher Kritik an ihrem ahnungslos wirkenden Parteitagsauftritt von der Kandidatur zurück- und aus der Partei ausgetreten war, nahm sich Weber auf Twitter vor.

Er vermutete eine Ungereimtheit in einer Angabe der Frau über ihren Studienabschluss auf der Plattform Linkedin. „Schon wieder ein Lebenslaufcheck notwendig?“ schrieb er an einen FAZ-Journalisten und den rechten Blogger Danisch gerichtet.

Die Grünen sehen sich als Opfer einer Kampagne. Die Partei und auch der Ullstein-Verlag, in dem Baerbocks Buch erschienen ist, wiesen die Vorwürfe von Urheberrechtsverletzungen zurück. Ein Parteisprecher bezeichnete die Vorwürfe als „Versuch von Rufmord“.

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„Der Blogger, der bereits falsche Behauptungen zu Frau Baerbocks Abschluss verbreitet hatte, versucht erneut, bösartig ihren Ruf zu beschädigen“, heißt es im Statement des Sprechers weiter.

Weber bezeichnete dies in einer Stellungnahme als „Quatsch“ und kündigte an, Baerbocks Buch in den kommenden Wochen einer umfassenderen Untersuchung zu unterziehen.

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