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Rufe nach Rückkehr kostenloser Corona-Tests werden lauter – Was passiert jetzt?

  • Die Abschaffung der Kostenfreiheit von Corona-Tests sollte eigentlich mehr Menschen dazu bewegen, sich impfen zu lassen.
  • Da diese Rechnung nicht wirklich aufgegangen ist, fordern Wissenschaftler nun die Kehrtwende.
  • Auch der FDP-Politiker Marco Buschmann erhöht den Druck, zu kostenlosen Bürgertests zurückzukehren.
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Berlin. Angesichts steigender Infektionszahlen in der Corona-Pandemie wird die Forderung zur Rückkehr nach kostenlosen Bürgertests lauter. „Wir müssen einfach viel, viel mehr testen, um zu verstehen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt“, sagte der Bonner Virologe Hendrik Streeck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Nur so können wir früh die Infizierten herausfischen und eine unkontrollierte Verbreitung des Coronavirus verhindern“, führte er weiter aus.

Nicht nur unter Experten, auch in der politischen Debatte gewinnt die Forderung an weiterem Zuspruch. „Die Abschaffung der kostenlosen Bürgertests war ein Fehler“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, dem RND. „Ihre Wiedereinführung wäre ein Beitrag, um Infektionsketten schneller zu unterbrechen.“ Ähnlich hatte sich auch Grünen-Chef Robert Habeck geäußert. Die SPD hält sich in der Debatte bislang zurück.

Werden die 2G-Regeln überschätzt?

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Dass die Tests nicht mehr kostenlos angeboten werden, war damit begründet worden, dass mittlerweile alle die Chance zur Impfung gehabt hätten. Es sei also unfair, die Allgemeinheit dafür zahlen zu lassen, dass ein Impfverweigerer einen Test etwa für einen Restaurantbesuch benötigt. Gleichzeitig hatte es die Hoffnung gegeben, das Ende der Kostenfreiheit von Tests würde weitere Menschen zur Impfung bewegen. Diese Überlegung ist so nur unzureichend aufgegangen.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit warnte davor, die Wirkung von 2G-Regeln zu überschätzen. Wörtlich sprach er von einer „Scheinsicherheit“. Obwohl die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer sei, könnten sich doch auch Geimpfte infizieren und das Virus dann weiterübertragen, sagte er im Deutschlandfunk. Echte Sicherheit entstünde nur, wenn man alle teste – egal ob die Menschen geimpft, genesen oder ungeimpft seien.

Darüber sprechen die Ampelparteien

Während Unions-Politiker ein Bund-Länder-Treffen forderten, arbeiteten SPD, Grüne und FDP weiter an einem Gesetzentwurf, der den Ländern auch nach Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite ermöglichen soll, angemessene Schutzmaßnahmen zu beschließen. Dieser Sonderstatus läuft am 25. November aus. Dafür hatten sich sowohl Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als auch die Ampelparteien ausgesprochen. Insbesondere mit der FDP wäre eine Verlängerung nicht machbar gewesen.

Wie aus Fraktionskreisen zu hören war, wird hinter den Kulissen auch über die Frage der kostenlosen Tests gesprochen. Unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete „Bild am Sonntag“, SPD, Grünen und FDP zögen unter anderem eine tägliche Testpflicht für Mitarbeiter und Besucher in Pflegeheimen in Betracht – unabhängig vom Impfstatus. Um die Booster-Impfungen bei Senioren zu beschleunigen, sollten Ärzte verpflichtet werden, ihre älteren Patienten anzuschreiben, hieß es weiter.

Die Ärzte-Vereinigung Marburger Bund plädierte währenddessen für eine Corona-Impflicht unter anderem für Ärzte, Lehrerinnen und Lehrer sowie für Kita-Personal.

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