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Youtube löscht Kanäle des Kremlmediums RT DE wegen Fake News zu Corona

  • Die Platt­form You­tube hat zwei deutsch­sprachige Kanäle des russischen Staats­mediums RT dauerhaft gelöscht.
  • Grund dafür sollen Falsch­informationen zur Corona-Pandemie sein.
  • Außerdem hat RT versucht, eine frühere Sperrung durch You­tube zu umgehen, und so erneut gegen You­tube-Richt­linien verstoßen.
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Wegen schwerer Verstöße gegen ihre Richt­linien hat die Video­platt­form You­tube am Diens­tag zwei deutsch­sprachige Kanäle des russischen Staats­mediums RT (vormals Russia Today) dauer­haft gelöscht. Dies bestätigen RT DE und auch You­tube. Es handelt sich um die Kanäle RT DE und „Der fehlende Part“. Als Grund führt You­tube medizinische Falsch­infor­mationen in Bezug zu Covid-19 an.

RT habe eine Verwarnung und eine vorüber­­gehende Sperre erhalten, so Youtube. Dieser sogenannte „Strike“ führte dazu, dass RT DE keine neuen Videos hoch­laden konnte, und wäre eigentlich am Diens­tag ausgelaufen. Das Branchen­magazin DWDL zitiert einen You­­tube-Sprecher, der erklärt: „Bei einem solchen Schritt wird man auch darüber infor­miert, was passiert, wenn man versucht, die Sperre zu umgehen – nämlich eine dauer­hafte Löschung des Kanals.“

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RT DE versuchte, die Sperre auf Youtube zu umgehen

Genau das hatte RT DE jedoch versucht: Der Sender räumt selbst ein, den Kanal seiner Sendung „Der fehlende Part“ als Ausweich­kanal verwendet zu haben. Dem Redaktions­Netz­werk Deutschland (RND) liegen Titel und Transkripte der Videos vor, die RT DE in den vergan­genen Tagen auf dem Kanal hoch­geladen hat. Es sind Videos, wie sie zuvor auch auf dem Haupt­kanal des Kreml­mediums ver­öffent­licht worden waren. So etwa über den chaotischen Ablauf der Wahlen in Berlin am vergangenen Sonn­tag, Live­über­tragungen von Presse­konferenzen mit Armin Laschet und Markus Söder oder ein Video über Warnungen des bela­russischen Macht­habers Alexander Luka­schenko vor Nato-Truppen in der Ukraine.

You­tube hat deshalb nun Konsequenzen gezogen: Beide Kanäle wurden wegen der Verletzung der Nutzungs­bedingungen gelöscht. RT spricht von einer „Kampagne gegen RT DE“ und behauptet, es habe keine Vorwarnung gegeben.

Bereits im April war RT DE von You­tube für zwei Wochen gesperrt worden, nachdem das Medium Videos mit Falsch­meldungen zur Corona-Pandemie verbreitet hatte. Schon damals nutzte RT DE seinen Kanal „Der fehlende Part“ als Ausweich­kanal und hatte das auch öffentlich angekündigt.

Nähe zu Corona-Leugnern

In den vergangenen Monaten hat RT DE immer wieder pseudowissen­schaftlichen Aussagen zur Corona-Pandemie eine Platt­form gegeben. So verbreitete das Kreml­Medium etwa Videos und schrift­liche Zusammen­fassungen von Sitzungen des selbst ernannten „Corona-Ausschusses“ – einer Gruppe von in der „Quer­denken“-Szene teilweise ton­angebenden Leugnern und Verharm­losern der Pandemie.

Wenige Tage vor der vorüber­gehenden Sperrung in der vergangenen Woche veröffentlichte RT DE ein Video, in dem unbelegte Aussagen zweier Pathologen im Ruhe­stand über angebliche Todes­fälle durch Corona-Schutz­impfungen verbreitet wurden. Fach­leute bezeichneten die Aussagen als „wissen­schaftlich nicht fundiert“. Unter Impf­gegnern und Corona-Leugnern fanden sie aber rasante Verbreitung. Mehrere Videos von einer „Konferenz“ der beiden Pathologen mit anderen Akteuren aus der Corona-Leugner-Szene löschte You­tube ebenfalls.

Russia Today spricht von einem „Medienkrieg“

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Die russische Chefin von „Russia Today“, Margarita Simonjan, kritisierte die Löschung der You­tube-Kanäle als einen „Medien­krieg“ Deutsch­lands gegen Russ­land. Sie erwarte nun, dass Russ­land die Büros der Deut­schen Welle, der ARD und des ZDF in Moskau schließen werde. Außerdem warnte Simonjan auf dem Messenger Tele­gram davor, den „Informations­krieg“ zu verlieren, und sprach davon, dass Medien an derselben Front kämpfen würden, wo sich früher „Schützengräben“ und „Panzer“ befunden hätten.

Das russische Staats­medium RT DE wollte eigentlich in Deutsch­land expandieren und ab Dezember ein deutsch­sprachiges TV-Programm anbieten. Eine Rund­funk­lizenz hat RT DE aber nicht erhalten. Das Medium steht schon länger in der Kritik, im Auftrag des russischen Staates Verschwörungs­theorien und Des­infor­mationen zu verbreiten.

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