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RKI zur Corona-Lage: Zahl der Neuinfektionen wieder leicht angestiegen

  • Knapp 1300 neue Corona-Fälle sind dem Robert-Koch-Institut von Mittwoch auf Donnerstag übermittelt worden.
  • Das RKI rechnet in nächster Zeit ebenfalls mit einer steigenden Zahl der Verstorbenen.
  • Der Reproduktionsfaktor liegt bei einem Wert von 0,65.
Tobias Dinkelborg
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Berlin. Die Zahl der neuen Infektionen mit dem Coronavirus ist wieder leicht angestiegen. Von Mittwoch auf Donnerstag seien dem Robert-Koch-Institut 1284 neue Fälle übermittelt worden, sagte Vize-Präsident Lars Schaade in Berlin.

Dass es insgesamt wieder zu mehr Ansteckungen komme, könne man daraus aber nicht ableiten, betonte Schaade. Zwar vermeldete das RKI am Montag nur etwa 600 und am Mittwoch rund 900 Neuinfektionen.

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“Am Mittwoch und Donnerstag haben wir aber immer die höchsten Zahlen im Wochenverlauf”, sagte der RKI-Vize. Im Vergleich zur Vorwoche fielen die Zahlen immer noch.

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Eventueller Gesamtanstieg erst nächste Woche sichtbar

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Ob es sich tatsächlich doch wieder um einen Anstieg handele, könne man erst in der kommenden Woche beurteilen. “Jetzt würde ich vermuten, dass es das normale Meldeverhalten widerspiegelt”, sagte Schaade.

Die Zahl der Verstorbenen allerdings werde in nächster Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit steigen. “Viele Fälle befinden sich noch in stationärer Behandlung, deshalb müssen wir mit einem weiteren Anstieg der Todesfälle rechnen”, ergänzte Schaade.

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Insgesamt sind dem RKI seit Ausbruch der Pandemie bundesweit 166.091 Infektionen gemeldet worden, darunter befinden sich 7119 Todesfälle (Stand: 7. Mai, 0 Uhr). Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 139.900 Personen geschätzt. Den Reproduktionsfaktor gibt das Institut mit dem Wert 0,65 an.

“Zweite Welle haben wir selbst in der Hand”

Wann - oder ob überhaupt - es zu einer zweiten Welle kommt, “haben wir selbst in der Hand”, sagte Schaade. Wenn sich das menschliche Verhalten so weit lockere, dass es zu vermehrten Übertragungen komme, würden die Fallzahlen wieder steigen, ergänzte der RKI-Vize. Sollte das geschehen, könne es die zweite Welle sogar schon “im Juli oder August” geben.

Auch wenn es weiterhin keine Entwarnung gebe, sagte Schaade zu den am Mittwoch von Bund und Ländern beschlossenen weitreichenden Lockerungen der Schutzmaßnahmen: “Es ist legitim, diesen Versuch zu machen und die Situation zu beobachten. Und es ist nicht nur legitim, sondern auch erforderlich.”

Das Ziel sei, “das Virus kontrollieren und gleichzeitig ein entsprechendes gesellschaftliches Leben führen zu können”, betonte der RKI-Vize-Präsident. Dass Gesundheitssystem müsse sehr wachsam bleiben. “Deshalb rufen wir weiter dazu auf, viel und empfindlich zu testen”, sagte Schaade.

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Testkapazität nur zu einem Drittel genutzt

Dennoch wird die Testkapazität in Deutschland nach wie vor nicht ausgeschöpft. Wie Schaade mitteilte, könnten die Labore theoretisch rund 965.000 Tests pro Woche durchführen, zuletzt wurde aber lediglich ein Drittel der Kapazität genutzt.

Allerdings liege das auch daran, dass “ein Viertel der Labore Schwierigkeiten hat, Verbrauchsmaterial zu beziehen”, berichtete Schaade. Außerdem sei es “nicht schlecht”, über Reservetestkapazitäten zu verfügen, sollten die Zahlen in naher Zukunft wieder steigen.

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