Quarantänezeiten sollen verkürzt werden

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Gesundheitsministerium haben neue Quarantäne- und Isolationsregelungen erarbeitet.
  • Ein entsprechender Entwurf liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor.
  • Demnach sollen die Quarantänezeiten verkürzt werden.
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Bevor am Freitag Bund und Länder zu einem weiteren Corona-Gipfel zusammenkommen, haben das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesgesundheitsministerium neue Quarantäne- und Isolationsregelungen erarbeitet.

Der Entwurf liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor. Geimpfte Personen, die in Bereichen der kritischen Infrastruktur wie etwa in Krankenhäusern, bei der Polizei oder der Wasserversorgung arbeiten, sollen mit einem negativen PCR-Test die Isolation „zum Zweck der Arbeitsaufnahme“ bereits nach fünf Tagen verlassen können.

Für die Allgemeinbevölkerung gilt, dass sich sowohl Infizierte als auch Kontaktpersonen ohne Symptome nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test freitesten können. Nach zehn Tagen können sie auch ohne Test die Isolation oder Quarantäne verlassen.

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Diese verkürzten Quarantäne-Regelungen seien möglich, da wissenschaftliche Studien unter anderem aus Großbritannien und Südafrika nahelegten, dass die Omikron-Variante zwar sehr hohe Infektionszahlen verursache, aber einen milderen Krankheitsverlauf habe als die Delta-Variante. Daher sei es vertretbar, die Quarantäne- und Isolationsregelungen für die Omikron-Variante entsprechend anzupassen, teilten die Gesundheitsminister der Länder am Nachmittag mit. Bisher waren 14 Tage Isolation und Quarantäne üblich.

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Gesundheitsminister empfehlen Verkürzung der Quarantänezeit
1:14 min
Die Gesundheitsminister der Länder haben angesichts der Ausbreitung der neuen Corona-Variante Omikron am Mittwoch Änderungen der Quarantäneregeln vorgeschlagen.  © dpa

Bei der Allgemeinbevölkerung solle „möglichst“ ein PCR-Test verwendet werden oder ein „hochwertiger Antigentest“, heißt es.

Was gilt in Schulen, Kitas und für Geboosterte?

„In Schulen wird das Tragen von Schutzmasken empfohlen“, so das RKI. Kontaktpersonen müssen fünf Tage in Quarantäne und könnten sich dann freitesten.

Ausnahmen soll es grundsätzlich für Geboosterte geben: Wer die dritte Impfung erhalten hat, müsse als Kontaktperson nicht in Quarantäne. Der Booster müsse jedoch mindestens sieben Tage zurückliegen.

Für doppelt Geimpfte, Genesene und einfach geimpfte Genesene gilt: Die Quarantäne für Kontaktpersonen könne entfallen, wenn die letzte Impfung oder die Infektion weniger als zwei Monate zurückliege. Bei doppelt Geimpften müssen aber mindestens zwei Wochen nach der Zweitimpfung vergangen sein.

Corona-Gipfel am Freitag

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Die Vorschläge des RKI könnten bereits am Mittwoch beim Treffen der Gesundheitsminister von Bund und Länder diskutiert werden. Spätestens am Freitag sollen die RKI-Vorschläge für eine kürzere Quarantäne in die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels eingehen.

Hinweis der Redaktion: In einer alten Version dieses Textes stand, dass sich alle Kontaktpersonen nach fünf Tagen in Quarantäne freitesten dürfen. Das gilt jedoch nur für Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur. Wir haben die entsprechende Textstelle angepasst.

RND/tms/scs

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